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New Balance Minimus – my „Test on Trail“

9 Kommentare

Allgemeine Laufschuhtests können nur die objektiven Beobachtungen wiederspiegeln, wie Gewicht, Aufbau, Beschaffenheit, Sprengung. Alle anderen Merkmale sind meiner Meinung nach rein subjektiv und müssen von jedem Läufer persönlich ausprobiert werden.  Allein deshalb fällt es mir schwer, einen Schuh direkt zu empfehlen. Doch beim New Balance Minimus (10v2 Trail) kann ich mich einfach nicht zurückhalten, zu lange habe ich nach DEM Minimalschuh für mich gesucht, zu groß ist meine Begeisterung.

nb3Den Großteil meiner Läufe, besonders die längeren, lege ich in gedämpften Lauf- oder Trailschuhen zurück. Doch die Philosophie des Natural Runnings macht für mich Sinn: Die Fussmuskulatur sollte gefordert und trainiert werden, dies ist die beste Prävention vor Fuss- und vielen Laufverletzungen.  Ich laufe daheim generell nur barfuss und versuche zum beruflichen Ausgleich, da ich an Bord leider der Füße Erzfeind HighHeels tragen muss, auch privat minimalistische Schuhe zu tragen. Doch mindestens einmal wöchentlich möchte ich diese auch im Training einsetzen, bisher konnte ich mit keinem Schuh Freund werden. Die bekannten und viel diskutierten „Five Fingers“ von Vibrams waren meine erste Wahl, doch so recht wollen meine Zehen nicht in die Kappen passen, es drückt und kneift immer nach einiger Zeit, ich gab schnell auf und verlegte diese Schuhe auf Spielplatzeinsätze. Auch die Pure Flow Kollektion von Brooks war einfach Nichts für mich.

Dann bin ich in einem Bostoner Laufschuhladen auf die New Balance von Minimus gestossen, und nach einer langen Unterhaltung mit dem Verkäufer, der tatsächlich Ahnung von den Risiken und dem Einsatz von  Minimalschuhen zu haben schien (was nicht immer der Fall ist, leider), landeten diese in meinem Koffer.

-der Schuh wurde von  Anton Krupicka mitentwickelt, der seit Jahren mit minimalistischen Schuhen die Trailwelt erobert, definitiv ein Verkaufsargument für mich, rein subjektiv versteht sich 😉

-es wurde auf alle Elemente eines klassischen Laufschuhs (Stütze, Fersenkappe) verzichtet

-die Sprengung ist minimal, nämlich 4mm

-die flexible Vibram Aussensohle sorgt für ausreichend Grip

-NewBalance empfiehlt eine langsame Gewöhnung – und hier ist der Punkt:

Ich war bei dem ersten Einsatz so begeistert, fand den direkten Bodenkontakt und die Leichtigkeit so genial, dass ich gleich 10 Kilometer abspulte. Fail. Dies spürte ich sofort am nächsten Tag in den Waden und noch weitere Tage in der -Achtung Verletzungsgefahr!- Achillessehne! Natürlich muss man die Fußmuskulatur erst langsam an Minimalschuhe gewöhnen. Seit längerer Zeit wird in den USA gerichtlich gestritten, ob solche Schuhe nicht an sich gefärlich sind, und vorsorglich hat sich der Hersteller Vibram dazu entschlossen, eine Entschädigungszahlung anzubieten, um eine Sammelklage abzuwenden. Ich denke, dass im „Land der Extreme“ genau der Punkt das Risiko ist: Alles gleich übertreiben liegt wohl in der Natur der Amerikaner (Ironiemodus aus). Lässt man es langsam angehen und hält die Gewöhnungszeit lang, können diese Schuhe eine wirkliche Bereicherung sein. Seitdem habe ich sie im Auto dabei, wenn ich zum Wald hinausfahre und spule im Anschluss an das Laufen noch ein paar Kilometer mit den Minimus ab. Herrlich.

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Was mir wirklich gut gefällt, ist die breite Zehenbox, die den Schuh von oben wie Entenfüsse aussehen lässt (O-Ton meines Sohnes: Donald Duck Schuhe), dafür aber meinen Zehen ausreichend Platz bietet, sich auszubreiten. Dies ist besonders beim Abrollen sehr angenehm.nb8 Der Bodenkontakt ist so direkt, dass ich Stöckchen und Steine sofort spüre, und dennoch ist durch die Vibram-Sohle genug Schutz vorhanden, dass es nicht unangenehm wird. Durch die Leichtigkeit und Flexibilität macht der Schuh wirklich Spass, Thumbs up und eindeutige Empfehlung!

 

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9 Kommentare zu “New Balance Minimus – my „Test on Trail“

  1. Auch ich bin seit zwei Jahren auf dem Barfußtrip, kann dir nur ans Herz legen, sehr vorsichtig damit umzugehen, damit der Schuss nicht nach hinten abgeht. Unsere Füße sind so zivilisiert, dass es auch sehr viel Zeit braucht, bis sie sich an das Wenig gewöhnen, es gab in der Vergangenheit genügend negative Fälle, darum…….. so schön wie das Laufen damit ist, so schön sie auch anzusehen sind. Viel Freude damit

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    • Ja, da gebe ich Dir vollkommen Recht. Wie ich selbst erleben musste, schimpfen die Sehnen und die Muskulatur, wenn der Ehrgeiz davongallopiert und man es mit den Barfußschuhen übertreibt. Eine Verletzung ist da schnell vorprogrammiert. In Maßen jedoch sind sie ein großer Spass! Welche trägst Du? Liebe Grüße!

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      • So kess bin ich nicht, ich bin Saucony-Fan, trage den Kinvara 5, den Kinvara Virrata, noch einen leichteren, dessen Name mir gerade entschwunden ist, der wiegt gerade mal 145 g. Was wiegt deiner ? New Balance habe ich schon ewig nicht mehr gekauft ! Sollte ich vielleicht mal wieder ausprobieren !

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      • New Balance war mein Schuh für den ersten Marathon, deshalb allein hängt schon mein Herz dran.. 😉 Der Minimus wiegt ca. 160g, auch so eine Feder… aber eben nur für kurze Strecken.

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  2. Konnte den Minimus Trail vergangenes Jahr probelaufen und fand sie deutlich angenehmer als das Road Modell. Sie boten mir einfach etwas mehr Halt, auch wenn eigentlich kaum Schuh vorhanden war. Sehr angenehm auf unebenen Pfaden. Viel Spaß dir auch weiterhin damit.

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  3. NB Minimus Trail ist seit fast zwei Jahren mein Erstschuh und ich liebe es auch! Ich besitze mehrere Paare und bestreite damit mittlerweile alle Trainingsläufe und die meisten Wettkämpfe. Auch den Namenszusatz „Trail“ verdient er: der Gripp ist auch auf den nassen Steinen und auf dem technisch schwierigen Untergrund sehr gut. Wenn man keine orthopädische Einschränkungen hat und sich langsam an den Schuh gewöhnt, wird ihn lieben: leicht, griffig und direkt!

    Habe auch einen Betrag dazu geschrieben: http://velojelloblog.wordpress.com/2013/04/23/new-balance-minimus-trail/

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