Run and Ommm

running yogini

Run & Ommm in San Francisco

5 Kommentare

Da San Francisco nach dem bergigen Halbmarathon im letzten Jahr und einigen guten Trailläufen in Sausolito eindeutig zu meinen Lieblingsstädten weltweit gehört, requeste ich, wann immer es geht, dieses Ziel in Kalifornien und entdecke jedes Mal neue Ecken.

Im Januar war es nun wieder soweit. Ich konnte den Flug ergattern und freute mich auf ein neues Highlight, denn eine in der Yogaszene recht bekannte Lehrerin war in der Stadt und es erwartete mich eine herausfordernde Stunde bei ihr.

Doch kein Tag ohne mein #Morningrun. Ein liebgewordenes Ritual mittlerweile ist es, auf den Sonnenaufgang zu warten, einen Kaffee in die Hand zu nehmen und ihn zu schlürfen, während ich auf das GPS-Signal der Suunto warte (oft ist es nach dem ersten Schluck schon da), und dann loszudüsen: Durch die Stadt, immer der Nase lang, neue Strassen entdecken, der Stadt beim Aufwachen zusehen, beim Sonnenaufgang natürlich das Phone zücken. San Fran ist so unglaublich hügelig und bergig, dass der Lauf immer zu einem Schnauferlebnis wird, aber jedes Mal zu einem grandiosen.

sanfran5Castro – das „Regenbogenviertel“

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sanfranHafen – Sonnenaufgang

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sanfran8Hills, Baby! 😉

Und schliesslich düste ich erneut nach Castro in die Yogaschule Yogatree , um eine Doppelstunde bei Janet Stone  zu erleben.yogatree7Janet unterrichtet ihr herausforderndes Yoga im fließenden Vinyasa-Stil in San Francisco, aber auch auf der ganzen Welt, so dass ich froh war, sie endlich live erleben zu können, nachdem ich ihre DVD schon zig Male rauf und runter gespielt habe…

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Der Yogaraum selbst ist unheimlich groß und nachdem ich als so ziemlich erste meine Matte ausgelegt hatte, fragte ich mich, wie jedes Mal, ob man diesen Riesenraum überhaupt füllen und auch aufheizen konnte. Man konnte! Das Verrückte ist, dass die Anzahl an Yogaübenden in Kalifornien nicht vergleichbar ist mit der in Deutschland. Im Nu war es voll und ich überschlug kurz: An die einhundert Yogis mussten es sein. Und das an einem Samstag Morgen!

yogatreeImmer und immer wieder mussten wir zusammenrücken, weil neue Yogamatten ihren Platz finden wollten.

Und noch etwas fällt mir jedes Mal in den Staaten beim Yoga auf: Bevor die Stunde losgeht, herrscht ein lautes Gewusel, Lachen und Gewirr aus Stimmen wie auf einem Highschool-Ball. Es wird gelacht, gequatscht, begrüßt, gesummt. Kaum jemand sitzt versunken und schweigend im Schneidersitz und bereitet sich auf die Yogastunde vor, wie ich es meist aus Deutschland kenne. Dies soll keine Wertung sein, ich empfinde beides als okay, die Lockerheit in den USA jedoch als entspannter.

Endlich war Janet da und die Stunde begann mit inensivem Mantrasingen, dem Chanting. Die Menge an Yogis machte dies zu einem berührendem Erlebnis. Oftmals wird nur das Om am Stundenanfang gesungen und ich erlebe meistens, dass sich eine peinliche Stille ausbreitet und nur Wenige mitsingen, das Om bereitet vielen, besonders Yogaanfängern, Probleme. Hier sang Janet das Gayatri-Mantra vor und der gesamte Raum sang mit voller Stimme mit, es ging mir durch Mark und Bein.

Gayatri Mantra

Om Bhūr Bhuvaha Svaha
Tat savitur varēnyam
Bhargo devasya dhimahi
Dhiyo yo naf prachodayāt.

Om. Earth. Atmosphere. Heaven. May we focus our awareness on the alluring radiance of the rising sun, the Vivifier; may it inspire our thoughts and meditations.

Dann führte sie uns bei wundervoller Musik (teils traditionelle Stücke, teils cooler Sound von heute) durch die Asanas. Der aufgeheizte Raum und die kraftvollen Übungen ließen uns schwitzen und die Matten volltropfen, ich war im Flow und eins mit den übrigen Yogis, ihren Matten, ihren Schweisstropfen, der Musik. Crazy, ich weiss….Aber vergleichen kann ich das höchstens mit einem Lauf durch eine unberührte Landschaft, an einem Tag, an dem Nichts zwickt oder wehtut, man mühelos über längere Zeit ein höheres Tempo halten kann, einfach Alles stimmt und sich dieses Glücksgefühl im Brustraum breit macht, das aus Dankbarkeit und Demut besteht. Kennt Ihr, oder?;-)  Kommt nicht jedes Mal vor, aber manchmal, und dann weiss man, warum man das Laufen, oder eben Yoga so liebt.

yogatree4Zuletzt beeneten wir die Stunde mit einer Meditation.

Als wir aufstanden, waren die meisten von uns ruhiger und in sich gekehrt, die Stunde mussten wir erst einmal sacken lassen. Ich tat dies bei einem Tee und einem Gespräch mit Janet. Eine zauberhafte Person.

Ich werde auf jeden Fall noch einige Male ins Yoga Tree pilgern, wer also mal in der Nähe sein sollte: Klare Empfehlung!

yogasf7So steht auf meinem Wunschzettel für einen der nächsten San Francisco-Besuche nicht nur die North Face Endurance Challenge, sondern vorher nocheinmal Yoga bei Janet Stone zum Aufheizen….

5 Kommentare zu “Run & Ommm in San Francisco

  1. Was für ein schöner Bericht – besonders die Beschreibung der Yogastunde hört sich sehr packend an. Über 100 Yogis in einem Raum – das ist ja wahnsinnig… Stelle ich mir toll vor!
    Liebe Grüsse
    Ariana

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  2. San Francisco…da laufe ich auch irgendwann mal!

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  3. Tolle Bilder Maty,hoffe ich komme da eines Tages auch noch hin.

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  4. DAS ist einfach wunderbar! SF gehört definitiv auf meine Liste der Städte, die ich immer wieder besuchen würde. Mein letzter Aufenthalt ist viel zu lange her und war deutlich zu kurz. Aber da kannst du ja sicher ein Lied von singen.

    Wirklich schöne Bilder, die du eingefangen hast! Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

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