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Fremdgelaufen – warum Skilanglauf der perfekte Ausgleich für Läufer ist

2 Kommentare

Der trübe Januar schlug mir deutlich auf´s Gemüt und ich wollte gerne weg. Die Idee: 5 Tage Auszeit im Schnee. Kein grauer Schneematsch in der Stadt, sondern Rucksäcke gepackt und raus zum Bayerischen Wald, wo uns über 70cm Schnee erwarteten. Nur was tun, wenn man mitten im letzten Drittel des Marathontrainings steht und die Schneemassen kaum vernünftiges Laufen zulassen?

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Die Antwort war schnell gefunden und ich stand in der Tür eines Skiverleihs: 2 Langlaufskier, bitte, und Schuhe dazu. Stöcke? Ach ja, gerne, aber nun ist Schluss. Ein Fan von Materialschlachten bin ich nämlich nicht. Eine Langlauf-Ausrüstung wiegt jedoch nur etwa drei Kilogramm; zum Vergleich: eine alpine Skiausrüstung bis zu zehn Kilogramm! Die dünnen Skier, geschnürte Schuhe, die an Wanderschuhe erinnern und dazu einfach meine Laufklammotten (na, vielleicht eine Schicht mehr) sollten reichen und ich machte mich auf den Weg zur nächsten Loipe. Beim Skiverleih erfuhr ich nämlich, wie perfekt der Skilanglauf besonders für Läufer ist:

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Sowohl die Muskulatur, als auch die Ausdauer werden trainiert, das gesamte Stützsystem stabilisiert. Die Bein- und Rumpfmuskulatur wird gestärkt, aber auch der oft vernachlässigte Schultergürtel und die Arme, wie ich in den nächsten Tagen am Muskelkater wahrnahm.

„Das Laufen beginnt in den Daumen und endet in den Füßen,“ sagen Experten. Das Herz-Kreislaufsystem arbeitet auf Hochtouren, weil so viele Muskeln gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt werden müssen.

Beim Doppelstockschub wird sogar die Bauchmuskulatur belastet, vorausgesetzt, der Oberkörper wird dabei aktiv nach vorne unten geschoben.

Und dabei fehlt auch noch die Stoßbelastung, die es beim Laufen gibt.

Welche Technik gelaufen wird, ob im klassischen Stil oder im Skating ist dabei Geschmackssache, allerdings empfiehlt sich immer ein Kurs, um eine saubere Technik zu lernen. Doch dann ist es wie das Fahrradfahren: Einmal gelernt, nie vergessen. Mein Privatunterricht vor einigen Jahren zahlte sich aus und ich legte los!

 

ski8Tägliche 4 Stunden auf den Skiern bescherten mir herrlichen Muskelkater, einen Haufen verbrannter Kalorien, wie mir meine Suunto versicherte und ein glückliches Glänzen in den Augen. Fachleute nennen es „emotionalen Reiz“, für Laien heißt es, die Natur genießen.

Eine verschneite Winterlandschaft, fallende Schneeflocken, eisige kalte Luft, riesige weisse Tannen, die wie alte Männer auf Dich blicken. Und dann diese unbeschreibliche Stille. Blieb ich stehen, war nur mein Atem zu hören und der schnelle Puls zu spüren. Dieses Naturschaupiel lässt sich wohl kaum besser erleben als beim Langlauf.

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Dieter Bubeck von der Universität Stuttgart: „Bewegung in einer tief verschneiten Winterwelt, egal bei welchen Witterungsbedingungen, sorgt für einen emotionalen Reiz,“ erklärt der Sportwissenschaftler, „das hat positive Auswirkungen auf die Psyche.“

Und verführt manchmal sogar zu plötzlichem Boxenstop inklusive sponaner Yoga-Einheit. Happy YOGI!

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Wer einen Langlauf jetzt im Winter ausprobieren und einen Spontantrip planen möchte, dem empfehle ich die Seite Skiinfo oder Loipenportal , um sich über gespurte Loipen zu informieren. Im Verleih kosten Schuhe und Skier in etwa 10€/Tag. Die Kosten halten sich also in Grenzen. Die Auswahl an Langlauf-Schuhen im Handel ist allerdings mittlerweile so groß, dass schon kleine Salomons auf meine Wunschliste gewandert sind 😉

Und hier noch einige kleine #skimo Inspirationen aus Instagram:

Skimo bedeutet Ski-Mountaineering und ist das Skilaufen abseits der Pisten, bzw. das Langlaufen hinauf auf schneebedeckte Gipfel und das anschließende Hinabfahren. Dieser Sport gewinnt in den letzten Jahren immer mehr Anhänger.

Seht her, warum!

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(Photocredits by @skiericcarter, @morganbaduel & @malenhau)

2 Kommentare zu “Fremdgelaufen – warum Skilanglauf der perfekte Ausgleich für Läufer ist

  1. Ohhhhhhhhh wie viel Lust das macht. Morgen wartet die Loipe und ich bin sooooo gespannt, wie ich mich nach ewiger Zeit ohne Skiern an den Füßen anstelle. Toller Bericht liebe Maty.

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