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Up-side-down: verflixte Herausforderung Handstand

10 Kommentare

Do one thing a day that scares You“ steht in fetten Buchstaben auf einem Poster, das seit Jahren in meinem Badezimmer hängt. Guter Ort, schaue ich doch da täglich minutenlang drauf, und irgendwann setzt das Unterbewusstsein Befehle einfach so um, man muss sie nur oft genug wiederholen.

Was macht mir Angst? Dieser Artikel wäre schnell seitenlang. Angst machen mir perfekt organisierte Mütter mit perfekten Küchen, Angst machen mir Hochluftballons, 100 Meilen, und und und… Und Angst macht mir eine Yoga-Asana, die mir immer freien Fall gen Boden verspricht: Der Handstand, adho mukha vrksa. Handstand1

Es ist eine anspruchsvolle Asana, die hervorragend die Stärke der Arme fordert sowe die Brustwirbelsäule flexibel hält. Sie wirkt jedoch besonders anfangs geradezu einschüchternd. Kein Wunder, kann man sich schließlich leicht verletzen, wenn man umfällt. Also scheiterte mein Projekt 2012 Handstand bisher, ebenso wie Projekt 2013 und 2014.

Nun kündigte Peace Yoga Berlin einen Handstand-Workshop bei Rebecca von „Fuck-Lucky-Go-Happy“ an, was mein Herz gleich doppelt zum Strahlen brachte, da ich sowohl ihre Beiträge verschlinge, als auch endlich Struktur in mein Auf-den-Händen-Stehen bringen wollte.

handstand2Der Workshop sollte einen ganzen Nachmittag dauern und uns die wichtigsten Übungen zum Erlernen dieser Asana vermitteln. Am Ende würden leider die meisten nicht im freien Handstand balancieren können, so Rebecca in die enttäuschten Gesichter einiger Teilnehmerinnen. Doch sollten wir im Anschluss mit neuen Nuancen und Input nach Hause gehen, um mutig weiterüben zu können.

Warum übt man Handstand? Zum einen entwickelt man innere Stärke, hervorgerufen durch die Fähigkeit, Kraft im Körper zu entwickeln – der Körper fühlt sich belebt an und voller Lebensenergie. Zum anderen verändern wir für einige Augenblicke unsere Wahrnehmung – Kopf unten, Füße oben, das Herz über dem Verstand. Indem wir unsere Welt „auf den Kopf stellen“, schärfen wir unser Bewusstsein, werden aufmerksamer für das, was passiert. Ein Grund, warum ich den Kopfstand so liebe.

So trafen sich etwa dreissig Yogis und Yoginis am Samstag Nachmittag im Mai, rollten ihre Matten gegen die Wand, schützten und stützen sich mit Kissen und Blöcken und sprangen, knallten und purzelten, kicherten und schnauften. Handstand5Dabei sollte uns ein Mantra helfen, positiv zu bleiben: Wenn Du Dich vor etwas fürchtest oder an etwas zweifelst, zwinge Dich, das Gegenteil zu behaupten, und Dein Geist wird folgen..handstand3Dann also hoch mit den Beinen, Nichts einfacher als das:

– die Schultern befinden sich in einer exakt geraden Linie über den Handgelenken, Hüfte und Beine ebenfalls über Schultern und Händen.

– die Balance erfolgt über die Fingerspitzen

– die gesamte Bauch- und Coremuskulatur muss angespannt werden, um dem Hohlkreuz entgegenzuwirken

– die freien Rippen werden in Richtung Wirbelsäule gezogen, die Schultern in Richtung Ohren gedrückt

– die Schultern müssen nicht nur kräftig, sondern auch geöffnet sein, deshalb empfehlen sich schulteröffnende Übungen wie der Delfin.

– als Übung und Stütze kann immer die Wand oder ein Partner dienen, manchmal reicht es auch, wenn man nur den Kopf gegen die Wand lehnt und den Rest des Körpers ausbalancierths2– ein toller Tip ist auch das Üben im Türrahmen, wobei der Rahmen den helfenden Partner ersetzt und man Stück für Stück die Beine löst.

hsUnd irgendwann ist auch er möglich, der freie Handstand, wenn man das Gefühl für die Balance entwickelt und Schritt für Schritt seine Angst verliert…

Am Ende des Tages waren wir geschafft, aber hochmotiviert. Hochmotivierte Yoginis mit zitternden Armen sozusagen. 😉 Vielen Dank, Rebecca, für so viel Input!

handstand4

10 Kommentare zu “Up-side-down: verflixte Herausforderung Handstand

  1. Ohne Wand geht bei mir gar nichts. Am Anfang musste ich noch immer meine Beine „schmeißen“, aber mittlerweile geht es auch mit Körperspannung und Anheben der Beine. Die Angst umzufallen, ist allerdings geblieben.

    Grüße
    Sebi

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  2. Ganz toll, liebe Maty – wie Du wieder „verbunden“ bist… und Dein Blog ist richtig schön, sehr zeitgemäß mit stylishen Fotos und lebensnah geschrieben – weiter so! oxo Sonja „Yoga & Laufen ~ eine Begegnung mit dir selbst“

    MBODY mindful Bodywork & RUN2YOGA Yoga (nicht nur) für Läufer m 0173.9478270 t 030.78951995 http://www.MBODY.de http://www.RUN2YOGA.de https://www.facebook.com/MBODY.tulayoga.massage.yoga

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  3. wunderbar geschrieben Maty, ich liebe Dich ❤

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  4. Das hört sich ja nach einem ganz großartigen Workshop an. Ich wünsche dir viel Geduld und Spaß beim weiteren Ausprobieren.

    Falls du mal wieder von so einer Stunde hörst, lass es mich bitte wissen. Mein erster, einziger und letzter Handstand ist schon drei Jahre her. Der ging super einfach nach einer sehr anstrengenden Klasse mit Hilfe des Yogalehrers, der nur meine Hüftknochen leicht stabilisierte. Das ging so einfach, dass ich mich manchmal frage, ob ich das tatsächlich war… Wie dem auch sei. Seither stelle ich mich an.

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    • Man so ein Aha-Erlebnis kann ich mich auch erinnern (es war nicht zufällig Tom von HomeYoga? 😉 )… Aber meistens wird halbherzig assistiert, deshalb übe ich von vornherein lieber allein… Nächster Workshop gemeinsam? Liebe Grüße!

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  5. Sehr schöner Beitrag. 🙂 Ich wusste garnicht, dass der Handstand eine Asana ist. Aber gut, letztendlich ich ja jeder Körperhaltung eine. Werde gleich mal ausprobieren wie lange ich mich noch auf den Händen halten kann. 😉

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    • Und??? Hat’s geklappt??? Der Handstand gehört auch nicht zu den klassischen Asanas, die üblicherweise in eine Stunde integriert werden. Man will die Schüler auch nicht gleich verschrecken 😉 Aber als Herausforderungsübung klasse geeignet! 😀 Grüße!

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      • Ich hab das tatsächlich gemacht. 😉 Zweimal Schwung holen und ich war oben. Dann 30 Sekunden hin und her eiern auf den Händen samt Geldregen aus den Hosentaschen… Eine Grenzerfahrung. Im Grunde nur noch mit einer Rolle vorwärts zu vergleichen. 🙂

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