Run and Ommm

running yogini

Die SKINS DNAmic Tights, auf Herz und Nieren geprüft

4 Kommentare

Ich mache nicht gerne Produkttest. Ist so.
Ich will keine Schuhe oder Klamotten zugeschickt bekommen, nur weil sie kostenlos sind.
Mich in meiner eh schon so knappen Zeit für das Training in Dinge zwängen, die ich mir von selbst nie gekauft hätte, weil sie nicht zu mir passen. Und diese Dinge dann auch noch bewerten, obwohl ich sie am liebsten gleich in die hinterste Schrankecke stecken würde. Es bereitet mir Bauchschmerzen, etwas öffentlich zu kritisieren, was wochenlang mit Herzblut entwickelt wurde. Dann stelle ich mir ein Team von motivierten, dynamischen Leuten vor (ja, lacht nur),die mit Begeisterung dieses Produkt den Sommer über entwickelt haben, und ich muss dieses in Grund und Boden schreiben, weil er einfach nicht zu mir passt. Dann lieber gar nicht, meine Standardantwort an die Unternehmen ist inzwischen vorgespeichert: Herzlichen Dank, aber Nein.
Wenn mir etwas wirklich gut gefällt, kaufe ich es mir lieber selbst. Und wenn ich dann das Gefühl habe, dieses „Etwas“ sei nun wirklich das Non-Plus-Ultra auf dem Laufmarkt, tue ich meine Begeisterung kund. Aber eben nicht aufgezwungen.

Nun wurde ich diesen Sommer dennoch schwach. Mitten in einer Wanderung zwischen zwei Berggipfeln bekam ich eine email von SKINS, ob ich nicht die neueste DNAmic Compression Long Tights testen wollte. Meine höfliche Absage war schon fast getippt, als ich kurz zögerte: War nicht meine absolute Lieblings-Regenerations-Tight von eben diesem Unternehmen? In Understatement-Anthrazit, die müden Beine perfekt komprimierend und dazu cool aussehend? Ein Traum bis heute und jeden Cent wert… Also gut, her mit dieser neuen Hose. Ich war gespannt.

Als das Paket ankam, packte ich es sofort neugierig aus.

O-HA. Ich stutzte. Das Design ist ziemlich, nun ja, auffällig. Das Skins-Logo leuchtete mir in hellem Gelb entgegen. Ein gelber Streifen, der sich im Wellengang über das rechte Bein schlängelt, dazu schwarze Mesh-Anteile an der Wade, ließen mich vermuten: Zurückhaltung war gestern. Die nächsten Wochen würde ich auf jeden Fall auffallen…

img_2291-1

Aber Optik war nur ein Aspekt von vielen, ich war insbesondere auf die Wirkung der versprochenen Kompression neugierig.

SKINS verspricht

*unterschiedliche Kompressionsstufen, welche die Sauerstoffzufuhr zu den Muskelgruppen erhöhen, den Laktataufbau vermindern sollen

*eine Einbettung der Hauptmuskelgruppen, welche deren Positionsverlagerung minimiert und für weniger Muskelvibration sorgt, was wiederum für weniger Muskelschmerzen und -verletzungen durch Ermüdung nach harten sportlichen Einheiten führt.

ausserdem

*einen 50+UV-Schutz, welchen ich für weniger relevant halte, da ich bei höheren Temperaturen auf schwarze lange Tights sowieso verzichte.

Die Wirkung von Kompressionskleidung im Sport wird nun seit Jahren ausführlich untersucht, da bisher lediglich subjektive positive Eigenschaften festzustellen waren. Eindeutig messbar waren die positiven Effekte über Jahre hinweg nicht. Doch mittlerweile wurden verschiedene neue Studien zusammengefasst und die Wirkung zumindest in der verbesserten Regeneration nachgewiesen. Kompressionskleidung ist nicht mehr wegzudenken vom Sportmarkt, und die große Breite der überzeugten Anhänger spricht für die Effektivität.

Ich persönlich bin von Kompression bei harten muskulären Belastungen überzeugt,  und zwar aus einem Grund:

Seit 15 Jahren trage ich als Flugbegleiterin Kompressionsstrümpfe (mittlere Kompressionsstufe) beim Fliegen. Auf etwa 500 Langstrecken- und 1000 Kurzstreckenflügen habe ich die Strümpfe getestet. Oft waren die Beine schon „vorbelastet“ durch einen langen Lauf oder Krafttraining, als ich in die Uniform stieg und weitere 15 Stunden auf den Beinen war. Und verglichen zu üblichen Strumpfhosen oder Strümpfen waren meine Beine weniger schwer, die Belastung erträglicher, die Muskulatur kaum ermüdet. Auf die Kompression bei langen Arbeits- und Sporttagen will und kann ich einfach nicht mehr verzichten.

Auch deshalb war ich sehr gespannt, was mir SKINS hier bieten würde.

Der erste Eindruck: Der KOMPRESSIONSDRUCK war recht gut. Es war nicht einfach, in die Hosen zu steigen, was ich von meinen Strümpfen schon kannte. Allerdings wird der Druck bis zur Hüfte hochgeführt und hört dann abrupt durch einen Gummizug-Abschluss auf, was zur Folge hat, daß der Bauch, sollte der werte Träger Ansätze davon haben, eingeschnürt wird und eine unschöne Delle bildet. Ich selbst musste mir die Hose bei meinen Läufen häufiger regelrecht hochziehen, da mich dieser Gummizug wirklich störte. Low-cuts sehen klasse aus, wenn man seinen Six-Pack zeigen will, bequem finde ich es nicht.

Abgesehen davon erschreckte ich, als ich mich vorbeilaufend in einem Schaufenster spiegelte:

Die Tights glänzt sehr ordentlich. Ob dies gut oder schlecht ist, ist natürlich Geschmacksache. Ausgeprägte Beinmuskeln mögen hier wunderbar zur Wirkung kommen, ich persönlich fühlte mich wie in einem Raumanzug.

(„Da hast Du es“, dachte ich. „Schon wieder ein Produkttest, bei dem Du rumnörgeln musst.“ Ich schrieb dem SKINS Team meinen Eindruck und dass ich die Hose gerne wieder zurückschicke, wenn sie auf meine niederschmetternde Review verzichten möchten.

„Nein“, war die Antwort, „bleib authentisch und veröffentliche Deinen Eindruck. Positiv oder nicht.“ 

Chapeau, liebes SKINS Team, damit habt Ihr Punkte gemacht)

Sicherheitshalber fragte ich meine zwei Lieblingsmenschen nach ihrer Meinung zum optischen Bild, beide fanden die Hose athletisch und optisch top. Also doch halb so wild.

img_2294-1

Die QUALITÄT ist allerdings sehr gut. Anziehen und Aus-zerren (bei dem Druck funktioniert sanftes Ziehen nunmal nicht), heiss Waschen, kalt Waschen, und immer, immer wieder an dem Gummibund ziehen, um die Hose hochzuziehen, machte ihr NICHTS aus. Liegt wie am ersten Tag, komprimiert wie am ersten Tag. Top.

img_2292-1

 

img_2295-1

Konnte ich die versprochenen Effekte der Tights selbst beobachten?

Eine verbesserte periphere Durchblutung, ein erhöhter venöser Blutrückstrom sowie eine Verminderung der Muskelvibrationen lassen sich adhoc nicht einfach so beurteilen, allerdings ist der Druck auf die Beine ganz deutlich spürbar, ich sehe also intensiven Trainingsläufen, die auf mich warten, mit Vorfreude entgegen. Da ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass eine komprimierte Muskulatur wesentlich besser regeneriert, werde ich sie in Zukunft weiter einsetzen. Die Hose landet nicht im hintersten Schrankwinkel.

img_2293-1

Puh, Glück gehabt.

4 Kommentare zu “Die SKINS DNAmic Tights, auf Herz und Nieren geprüft

  1. Deine Lieblingsmenschen haben recht. Sieht doch toll aus. Ich finde das Skins-Zeugs übrigens auch total klasse. Allerdings sieht man – gerade bei den Shirts – jedes Gramm mehr auf den Rippen sofort. Thema Schaufenster: da mache ich einen großen Bogen drum! 😀

    Gefällt mir

  2. Also wegen des Aussehens brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen 😉

    Ich habe mir vor Jahren meine Skins Tight gekauft und trage sie auch heute noch. Dann kamen nach und nach neue Teile dazu – sowohl zur Regeneration als auch für den Sport selbst. Wünsche dir noch eine Zeit mit deiner Tight.

    P.S. ein sehr unterhaltsamer Beitrag!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s