Run and Ommm

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Beliebtes Outdoor-Garn Merino – und warum zweimal Hinschauen lohnt

Im Outdoor-Bereich sind Produkte aus Merino-Wolle kaum mehr wegzudenken. Viele Sportler sind begeisterte Träger dieses Schafskleides, und mittlerweile bieten fast alle Outdoor-Hersteller Textilien aus dieser Funktionsfaser der Natur an, denn sie besitzt Eigenschaften, wie keine andere Faser – ob künstlichen oder natürlichen Ursprungs.

Als ein großer Merinowool-Hersteller zwecks einer gemeinsamen Zusammenarbeit auf mich zukam, wurde ich nachdenklich, denn neben den guten Eigenschaften dieser Faser, die ich längst kannte, hatte ich in wager Erinnerung, dass in Punkto Tierschutz und Merino Vorsicht geboten ist, und so begann ich meine Recherche. Weiterlesen


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Feet up, alle Mann! – Warum ein einfaches Tool Deine Welt auf den Kopf stellen kann

Im Yoga bin ich Puristin. Die gleiche Matte seit Jahren, eine Decke, manchmal ein Block. Ich kehre gerne und immer wieder zu den klassischen Asanas zurück, auch wenn ich die letzten zwei Jahrzehnte viele Yogarichtungen ausprobiert habe und immer offen für Neues bin.

Vielleicht bin ich ein wenig zu skeptisch, aber Dinge, die Yogis vor tausend Jahren nicht brauchten, um Samadhi zu erlangen (Yogasocken, Mattensprays, Matten mit Hilfslinien, führe endlos fort…), haben es bei mir schwer. Weiterlesen


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Wenn ein DNF keine Option ist.

Ich habe zehn Wochen gebraucht, um mich wie jetzt hinzusetzen und die folgenden Zeilen zu schreiben. Es war wie eine Starre. Wo soll man anfangen, was soll man preisgeben, welche Schlussfolgerung ziehen? Gibt es überhaupt eine? Hat nicht jeder Mensch seine eigene Konsequenz aus all den kleinen und großen Dramen, die uns passieren? Sind solche Dinge nicht etwas Individuelles?

Ich will jedoch nach vorne blicken. Das was mir widerfahren ist,  hinter mir lassen und den Kreis irgendwie schließen. Euch vielleicht anstoßen, kurz innezuhalten und nachzudenken. Niemand muss mir zustimmen, aber wenn ich Euch kurz zum Reflektieren anrege, was wirklich wichtig ist im Leben, ist viel gewonnen. Und deshalb Augen zu und durch:

 

Es war das perfekte Wochenende. Ich tanzte über verschneite Trails am Brocken, war mit Ulf zur Brockenchallenge angereist, um viele gute Freunde und Bekannte anzufeuern und genoss mit ihm diesen eiskalten Februartag. Dann ging es weiter nach Dresden, wir hatten Opernkarten und beendeten den Tag kichernd und albern wie zwei Schwäne zum Auto hüpfend. Es ging mir richtig gut. Ich war glücklich.

Als ich aus dem Auto stieg, verlor ich plötzlich die Kontrolle über mein Bein. Es gehorchte mir nicht mehr, schlackerte wild herum. Ich schob es zunächst auf die ungewohnt hohen High Heels, tippte dann vielleicht auf einen eingeklemmten Nerv, wollte mich jedoch nicht unnötig beunruhigen und ging schlafen.

Erst am nächsten Morgen, als keine Besserung in Sicht war, blickten Ulf und ich uns an und beschlossen, doch in die Klinik zu fahren. Sollen sich die Ärzte mal die Bandscheibe ansehen, ich muss schließlich bald mit dem Training beginnen, dachte ich noch hoffnungsvoll.

Was mich nun die nächsten Tage erwartete, ist immer noch ein schlechter Film für mich. Anders kann ich es nicht ausdrücken, es fühlte sich wie ein schweres Missverständnis an:

Es war ein Schlaganfall. Ein hektisches, besorgtes Treiben der Ärzte, Verlegung auf die Stroke-Unit, Verkabelung, ständiges Piepsen und Pumpen, dazwischen Ulf und ich, wie wir versuchten, noch Alles leicht zu nehmen, Scherze zu machen, hoffend, dass sich Alles irgendwie aufklären würde.

Es klärte sich auf, nur leider nicht so, wie ich es erhofft hatte:

„Sie müssen zum Lungentest vor der OP,“ sagte die Schwester zu mir und legte mir einen Zettel aufs Bett. OP? Hatte ich etwas verpasst? Ich starrte auf den Wisch mit der Diagnose. Kein Arzt war in der Nähe, der mich aufklären wollte. Also zückte ich mein Phone, obwohl mir klar war, dass Google nicht die beste Wahl war, um ängstliche Patienten zu beruhigen. Aber nun, da es ums eigene Leben ging, war mir das egal: Verdacht auf Fibroelastom in der Herzklappe, seltener Tumor. Entfernung am offenen Herzen, Herz-Lungen-Maschine notwendig. Der Rest verschwamm vor meinen Augen.
Ich fühlte mich fehl am Platz, nicht vorbereitet auf diese lange Reise, panisch. Und brauchte auch einige Stunden, um das, was passiert ist, zu begreifen. Das Ärzte-Komitee, welches sich später an meinem Bett versammelte, um mir das Ergebnis ihrer Diagnose zu präsentieren, blickte bereits in ein wenig überraschtes Gesicht. Die Verlegung ins Herzzentrum wurde sofort veranlasst, mir blieben drei Tage bis zur OP.

Wenn von einer Minute auf die andere Dein Leben die Karten neu mischt, Du einer neuen Situation gegenüberstehst, in der die blanke Angst versucht, Herr zu werden, verschieben sich alle Prioritäten, Ziele, Wünsche.
Auch wenn ich mich rein theoretisch mit dem Tod und der Vergänglichkeit mehrmals schon auseinandergesetzt hatte, so war mein Leben bisher rein, voller Tatendrang, Vorfreude, Lebensglück, Naivität: Das letzte Jahr war erfüllt Abenteuern, kleinen Überraschungen und Glücksmomenten.
Ich hatte zwar mit Atemnot und sportlich mit einem deutlichen Leistungseinbruch zu kämpfen, doch ich nahm dies nicht allzu ernst, verbuchte es unter allergischem Asthma und machte mir eh nicht viel aus Platzierungen im Wettkampf.
Meine Familie stand an erster Stelle, und wenn ich mir im Alltag noch Stunden freischaufeln konnte für meinen geliebten Sport, war ich zufrieden.
Nie zuvor hatte ich die dunkle, stinkende Masse dieser puren Sterbensangst in der Magengegend, die sich jetzt langsam und stetig ausbreitete: ich dachte eigentlich permanent an meinen kleinen Sohn, den ich aufwachsen sehen will, den ich unterstützen, bekräftigen, begleiten möchte. Dieser kleine, fantastische Junge war die Tage meine Ziellinie, die ich nicht aus den Augen verlieren wollte.
Und auch wenn dies der längste Lauf meines Lebens werden sollte, gab es für mich zu keinem Zeitpunkt die Option, diese Ziellinie NICHT zu überschreiten.

 

Fühlst Du Dich betrogen vom Leben? fragte mich jemand neulich. Ich musste nicht lange überlegen: Nein, die Frage sollte doch lauten: Warum sollte es mich NICHT getroffen haben? Warum nehmen wir uns immer das Privileg heraus, auf andere schlimme Schicksale betroffen zu blicken, fest glaubend, dass wir bei dieser ganzen Sache, welche unser Leben ist, halbwegs heil herauskommen?

Es kann uns immer treffen. Hinter jeder Ecke lauert ein Unfall, eine Krankheit, ein Trauerfall. Das gehört zum Leben ebenso wie die Glücksmomente, nur blenden wir das meist aus.

Sich hin und wieder bewusst machen, wie dankbar wir eigentlich sein sollten. Dafür dass wir morgens aus eigener Kraft aufstehen, uns auf das Fahrrad schwingen, die Laufschuhe schnüren, mit den Liebsten abends zusammensitzen können. Reicht das nicht bereits, um zufrieden zu sein? Brauchen wir mehr? Die neue PB, den fetteren Wettkampf, noch mehr Anerkennung? Das sollte jeder für sich entscheiden.

Ich habe mein Leben lang bewusst gelebt, habe mich gesund ernährt, nie geraucht, schon immer Sport getrieben. Meine Arterien sind nicht verkalkt, ich habe kein Übergewicht. Und dennoch hat es mich getroffen, aus dem Hinterhalt. So ist halt das Leben, wir können unser Schicksal nicht beeinflussen. Gerade deshalb sollten wir für jeden einzelnen Tag dankbar sein.

 

Die OP war kein Spaziergang. Ich wachte röchelnd auf, als mir jemand den Beatmungsschlauch aus dem Rachen zog, nahm im Aufwachraum die vielen Schläuche wahr, die mich am Leben hielten. Die Worte der Schwester: „Aufwachen, Herzchen. Es ist Alles gut gegangen“ klangen wie Engelsgesang in meinen Ohren und als mich auf der Intensivstation schließlich Ulf anlächelte, wusste ich, Alles wird gut, irgendwie.

Es gab Hochs und Tiefs. Es dauerte Tage, bis ich wieder aufstehen konnte, mich selbständig anziehen, zur Toilette laufen. Den ersten Blick in den Spiegel werde ich so lange nicht vergessen: Ziemlich demoliert, dachte ich traurig. Aus einem Körper, der mich noch vor kurzem über ultralange Wege getragen hatte, blieben spindeldürre Beinchen und Arme, vier dicke Narben, durchgetrennte Nervenstränge am rechten Oberschenkel, tiefe Augenhöhlen.

Aber ich habe mich vorgearbeitet. Von VP zu VP. Nie an die ganze Strecke denken, nur etappenweise, das habe ich beim Ultralaufen gelernt. Und auch wenn es mal hart ist, ruhig weiteratmen, Alles geht vorbei, das habe ich beim Yoga gelernt.

Nie im Leben hätte ich geahnt, dass Run und Ommm eines Tages so viel Symbolkraft für mich haben würden. Dass das Tools werden sollten, die mich durch den schwersten Ultralauf meines Lebens bringen würden.
Meine Ziellinie ist das Gesundwerden, wieder ganz da sein, und sie ist in Sichtweite.

Was das Laufen angeht: Ich fange wieder von vorne an. Und ich meine von GANZ vorne. Mit dem (momentanen) Kreislauf einer achtzigjährigen Dame lassen sich keine großen Sprünge machen, aber selbst kleinste Fortschritte sind okay.

Ich werde seit Jahren das erste Mal wieder einen Pulsgurt anlegen und dieses Mal meinen Körper die Grenzen setzen lassen, nicht mein Ego (auch eine Premiere). Ich brauche keine Medaillen oder Bestzeiten mehr, aber solange ich mich wieder bewegen, meinen Körper spüren und über die Trails fliegen darf, habe ich dem Schicksal meine Antwort gegeben.

Irgendwann müssen wir Alle gehen.

Aber solange wir da sind, tanzen wir noch`ne Runde. Tanzt mit!

 

So. geschafft. Ihr seid durch, und ich auch. Das war wohl mein persönlichster Beitrag. Ab heute gibt es nur noch Produkttests 😉

Allerdings gibt es noch etwas ganz, ganz Wichtiges zu sagen: Es gibt kaum etwas stärkeres im Leben, das einem in schweren Momenten so viel Kraft gibt, wie Freundschaft und Liebe. All die Zusprüche, Briefe, Nachrichten, Glücksbringer und Mutmacher, die ich im Krankenhaus von so vielen lieben Menschen bekommen habe, haben mir die Tage erhellt und mich getragen. Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wieviel Trost und Kraft positive Worte und Gebete von lieben Menschen spenden und bin für jedes Wort dankbar.

Und wenn dann noch jemand neben Dir sitzt, Tag für Tag Deine Hand hält, mit Dir jeden Schmerz erträgt, Dich motiviert, ablenkt, Dir den Rücken freihält, kann nur Alles gut werden. Danke, Ulf!

Best Team ever, ❤

 

 

 


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Die SKINS DNAmic Tights, auf Herz und Nieren geprüft

Ich mache nicht gerne Produkttest. Ist so.
Ich will keine Schuhe oder Klamotten zugeschickt bekommen, nur weil sie kostenlos sind.
Mich in meiner eh schon so knappen Zeit für das Training in Dinge zwängen, die ich mir von selbst nie gekauft hätte, weil sie nicht zu mir passen. Und diese Dinge dann auch noch bewerten, obwohl ich sie am liebsten gleich in die hinterste Schrankecke stecken würde. Es bereitet mir Bauchschmerzen, etwas öffentlich zu kritisieren, was wochenlang mit Herzblut entwickelt wurde. Dann stelle ich mir ein Team von motivierten, dynamischen Leuten vor (ja, lacht nur),die mit Begeisterung dieses Produkt den Sommer über entwickelt haben, und ich muss dieses in Grund und Boden schreiben, weil er einfach nicht zu mir passt. Dann lieber gar nicht, meine Standardantwort an die Unternehmen ist inzwischen vorgespeichert: Herzlichen Dank, aber Nein.
Wenn mir etwas wirklich gut gefällt, kaufe ich es mir lieber selbst. Und wenn ich dann das Gefühl habe, dieses „Etwas“ sei nun wirklich das Non-Plus-Ultra auf dem Laufmarkt, tue ich meine Begeisterung kund. Aber eben nicht aufgezwungen. Weiterlesen


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„Meine Tor“ – von Ulf Kühne

Schon seit vier, fünf Jahren schwirrte bei mir im Kopf das Gespenst „Tor des Geants“ herum. Ein 330-Kilometer-Rennen durch das Aostatal mit 24.000 Höhenmetern, welches in 150 Stunden zu bewältigen ist. „Das mache ich mal,“ sprach ich zu mir, „Irgendwann…“

Sollte es Zufall sein, dass ich Anfang des Jahres immer wieder auf der Seite des Veranstalters surfte? Wahrscheinlich nicht, denn schließlich wagte ich die Anmeldung. „Man kann es ja mal probieren“, dachte ich. Weiterlesen


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Wer setzt Deine Grenzen…?

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In keine fünf Minuten fällt der Startschuss. 828 Männer und Frauen stehen bereit für das Rennen ihres Wettkampfjahres. Ich würde weiter gehen, für Viele von ihnen ist es das Rennen ihres Lebens: 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter müssen in knapp einer Woche bewältigt werden. Die Schnellsten von ihnen schaffen es in drei Tagen und Nächten.

Die Tor des Geants (Die Tour um die „Riesen“ Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn, Grande Murrailes, Dent d´Hérens, Grand Combin, Grand Jodasses und Gran Paradiso) ist ein Rennen, das meine Vorstellungen von einem Ultratrail sprengt. Weiterlesen


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Der Sigrid-Eichner-Marathon oder: Run with Your Heart

Es ist Samstag Morgen, der 13. August. Der Tag des 5.Berliner Mauerweglaufs, eines Laufs von 100 Meilen gegen das Vergessen der Berliner Mauer. Einhundert Meilen, die hunderte von Ultraläufern auf sich nehmen und bis in den nächsten Morgen hinein zu Ende laufen werden. Und soeben, bei Kilometer 20, passierte uns in leichten kurzen Schritten eine ältere Dame. Klein, schlank, zerbrechlich, und doch voller Kraft und Zielstrebigkeit. Und wer läuft und sich für das Laufen in Deutschland interessiert, weiss sofort: Das ist Sigrid Eichner. Weiterlesen