Run and Ommm

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Wer setzt Deine Grenzen…?

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In keine fünf Minuten fällt der Startschuss. 828 Männer und Frauen stehen bereit für das Rennen ihres Wettkampfjahres. Ich würde weiter gehen, für Viele von ihnen ist es das Rennen ihres Lebens: 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter müssen in knapp einer Woche bewältigt werden. Die Schnellsten von ihnen schaffen es in drei Tagen und Nächten.

Die Tor des Geants (Die Tour um die „Riesen“ Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn, Grande Murrailes, Dent d´Hérens, Grand Combin, Grand Jodasses und Gran Paradiso) ist ein Rennen, das meine Vorstellungen von einem Ultratrail sprengt.

Wie viel Kraft braucht man, um über einen so langen Zeitraum seinem Körper Alles abzuverlangen? Wie viel mentale Stärke, trotz körperlicher Erschöpfung, Müdigkeit und Schmerzen immer weiterzumachen, nicht aufzugeben, sich bis zum Ziel zu treiben? Ich weiss es nicht, ich werde es selbst wohl nie erfahren.

Als ich meiner Arbeitskollegin ein Video des Rennens zeigte, blieb sie unberührt. „Diese Typen haben einen Knall. Sowas ist doch nicht mehr normal“, sagte sie kauend und widmete sich weiter ihrer Zeitschrift.

Nun, das glaube ich nicht.

Wer sagt eigentlich, was „normal“ ist? Wer setzt die Standards, wer seine eigenen Grenzen? Jeder Mensch für sich selbst allein.

Und während eben diese Kollegin vermutlich nach den ersten Kilometern erschöpft am Wegesrand sitzenbleiben würde, treibt diese Männer und Frauen, die natürlich andere Voraussetzungen und Trainingsstandards erfüllen, dann doch auch eine Sehnsucht, die tief in ihnen lauert und ihnen eine unglaubliche Kraft schenkt, diese Herausforderung zu bewältigen:

Das Gefühl für Raum und Zeit loslassend, sich Strecke für Strecke, Gipfel um Gipfel vorkämpfend, immer nur bis zum nächsten kleinen Ziel, niemals das ganze Ausmass erfassend, weil es einem Angst machen würde.

Nächtelang Schritt um Schritt einen Berg nach dem anderen erklimmend, nur den Schein der eigenen Stirnlampe und die nächsten Meter wahrnehmend, zitternd sich den Tag ersehnend, wenn die kalten Glieder von den Sonnenstrahlen aufgeheizt werden.

Streckenweise andere Läufer begleitend, wohl wissend, dass keine Worte nötig sind um eine Einheit zu bilden, eine Verbindung zu spüren. Lediglich der gemeinsame Atemstoss und vereinzelt ein schmerzliches Stöhnen reichen als gemeinsame Sprache.

Den Sonnenaufgang Sekunde für Sekunde erahnend, nach tausenden von Sonnenaufgängen im bisherigen Leben diesen einen so Willkommen heissend, wie die lang ersehnte Geliebte, dankbar für das kostbare Licht, das nicht nur endlich den Weg erhellt, sondern auch das eigene Innere. Und einen selbst aus dem tiefsten Tal holt und neue Kraft schenkt.

An den Verpflegungspunkten hoffnungsvoll nach bekannten Gesichtern ausblickend, Jemanden der einen küsst, umarmt, sagt, dass Alles gut wird und er so stolz auf ihn ist. Und dann dankbar das zustimmende Lächeln eines Fremden aufsaugend, es wie einen kostbaren Schatz unter der Jacke mitnehmend, wenn es weiter hinaus auf die Strecke geht.

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Photocredit: Tor des Geants Official

Und dann irgendwann, am Ende dieser Woche, Tage, Stunden ankommend. Am Ziel oder an einem Punkt, an dem der Körper sagt, hier musst Du Schluss machen. Hier ist Deine Grenze heute. Vielleicht nicht morgen, aber heute. Und egal, ob diese Grenze am Ziel der 330 Kilometer in Courmayeur oder aber irgendwo dazwischen unterwegs liegt, so hat dieser Mensch eine Reise hinter sich gebracht, die ihn ganz nahe an sein Innerstes geführt hat. Zu den inneren Dämonen, Schwächen und Stärken. Er hat Schmerzen gespürt, Einsamkeit, Glück, Verzweiflung, Demut, die eigene Vergänglichkeit. Und sich dabei vorwärts bewegt, zu keinem Augenblick stehen bleibend, von Atemzug zu Atemzug, wie das Leben selbst. Kann es eine bessere Metapher zum Leben geben? Was ist hier durchgeknallt, was normal…?

Wenn Männer und Frauen eine Woche lang 250 Kilometer durch die marokkanische Sahara laufen, 450 oder gar 900 Kilometer durch die Pyrenäen, 140 Meilen durch den Amazonas Dschungel…und sich selbst dabei näher kommen, als je zuvor: Wer vermag besser zu entscheiden, wo die Grenzen des anderen liegen als sie selbst allein? Wenn Kilian Jornet beschließt, als erster Mensch ohne Hilfe von Sauerstoff den Mount Everest in Rekordzeit zu besteigen, wer hat das Recht zu entscheiden, ob dies machbar ist, ausser er selbst allein?

Ein Autor namens Pietro Trabucci schrieb einen Artikel über die „Tor Sickness“, ich würde es fast den „Extremlauf-Kater“ nennen:

Es ist ein Phänomen, fast eine Epidemie, das Läufer nach Beendigung eines solchen Rennens befällt: Die Emotionen, die der Läufer hier empfindet, lassen ihn schwer zum wahren Leben zurückzufinden. Die Normalität erscheint zunächst grau und enttäuschend nach dieser Grenzerfahrung. Kummer und Nostalgie durchdringen seine Existenz.

Der Sinn für Identität schwankt, das eigene Ego kauert wie ein eingeschüchterter Hund, wenn wir erkennen, dass wir ein Nichts sind verglichen mit der Kraft des Kosmos. Unsere selbst-zufriedene soziale, berufliche und sportliche Existenz ist ausgelöscht im Angesicht dieser Kraft.

Es wird uns klar, dass wir nur ein kleiner Fleck sind im Kreis von etwas viel Gewaltigerem, Unermesslicherem.

Der Kontakt mit dieser Großartigkeit tötet unsere aufgeblähten Egos, vernichtet den Glauben, dass wir im Zentrum unseres Universums sind. Und minimiert die Sorge, wenn es mal nicht komfortabel wird. Unsere Identität wird erneuert zu einer soliden Basis, der Basis der Herausforderung mit ihren eigenen Grenzen und Zielen.

Um diese Wahrheit zu erkennen, benötigen manche Menschen Jahre der Reflexion und Einkehr. Wer also ist hier durchgeknallt? Wer normal?img_1647

Photocredit: eastrun (live from the Tor des Geants)

Die Läufer des Tor sind jetzt unterwegs auf ihrer langen Reise. Aufhalten konnte sie von ihrem Traum sowieso niemand. Dieser Weg war so unvermeidbar wie ihr Schicksal selbst.

Alles, was wir hier machen können: Sie hier erwarten, in Empfang nehmen und zuhören, wie Sie mit glänzenden Augen von diesem Abenteuer berichten. Oder ihr vielsagendes Schweigen annehmen. Denn sie haben mehr mitgebracht als geschundene Füsse und ein Finishershirt.


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Treppenliebe – oder: Ein Engel in letzter Sekunde

Ich ziehe meinen Koffer schweigend über das Vorfeld zum Flugzeug, um mich herum plappern meine Kolleginnen fröhlich über ihre Vorhaben und Pläne in San Francisco, und ich bin in Gedanken so gar nicht bei der Sache. Noch vor keinen 14 Stunden pellte ich mich aus meinen stinkenden Laufklamotten, rutschte in die Badewanne und dachte immer und immer wieder über die verrücktesten letzten 24 Stunden seit langem nach:

Dass wir zu diesem Treppenmarathon in Radebeul wollten, wussten wir schon lange. Meine Trailschwestern und ich liebten verrückte, besondere Veranstaltungen. Und dieser Mount Everest Treppenmarathon war DEFINITIV verrückt und noch mehr besonders: Inmitten von Weinbergen ragt diese Spitzhaustreppe ganz unschuldig hervor und lockt zahlreiche Touristen nach Radebeul. Doch wer es mit ihr aufnimmt, kommt nach kurzem ordentlich ins Schnaufen. 397 Stufen bis zum Gipfel und halbem Herzstillstand.FullSizeRender-4

Nun machen zufällig 100 Treppenrunden 8848 Höhenmeter aus (eben die des Mount Everest) und nebenbei zwei Marathons. Und jetzt kommen die Verrückten ins Spiel. Jedes Jahr wagen es einige Ultraläufer, diesen Treppenmarathon zu bezwingen. Und das wollten wir auch! Nicht allein, dazu fehlte uns noch der Mut, aber als Team. Denn auch als Dreierseilschaft darf man sich für diesen Treppenlauf bewerben. Dann teilt man sich die Distanz, läuft das Ganze eben flotter, denn hier sind nicht 24 Stunden der Rahmen, sondern nur 16, danach muss Schluss sein.

Das fehlende Training aufgrund mangelnder Treppen am Wohnort machten Berenice, Oriane und ich   in den Wochen vor dem April wett mit Enthusiasmus, Vorfreude und großer Lust, sich ordentlich zu quälen. Unser Plan war es, unser Bestes zu geben, den Favoritinnen nicht allzu sehr im Weg zu stehen und nebenbei unser Lachen nicht zu verlieren. Unseren Teamnamen (3 Engel für die Treppe) haben wir uns nicht ausgedacht, sondern ausdenken lassen. Nahmen ihn aber als gutes Omen.IMG_6174 Unsere Team-Tanktops lagen bedruckt bereit (Tanktops. Ha. Ha. Ha.) und die Taschen gepackt. Samstag früh sollte es losgehen.

Und dann kam der Samstag Morgen. Und der Anruf von Oriane.

Eine Erkältung hatte sie niedergestreckt und ein Start war nicht mehr möglich. Wir waren zunächst fassungslos, platt, dann panisch. Berenice, die die ganze Nacht im Stau gestanden hatte und erst gegen Morgengrauen in Radebeul angekommen war, rieb sich ungläubig die Augen. Und ich packte stoisch weiter zusammen, fest entschlossen, dennoch loszufahren, auch wenn wir wussten, dass unser Start gestorben war. Natürlich telefonierten wir sofort alle uns bekannten und verrückten Trailfrauen zusammen, von denen wir wussten, sie seien spontan. Aber natürlich: Wer war denn bitte SO spontan? Es fand sich einfach kein Ersatz. Ich wollte mich schon damit abfinden, dass wir vor Ort dann halt unsere Yvi anfeuern würden, die den Treppenmarathon alleine laufen würde, packte meine Sachen geknickt und lustlos zusammen, als mir noch eine letzte Idee kam. Da war noch Hannah, eine Marathonläuferin, die mit ihrem Mann zusammen für die Lultras in der Welt herumrennt, bloggt und nebenbei total sympathisch ist. Sie wollte eigentlich beim Treppenmarathon nachts an der Verpflegungsstation aushelfen, also war sie sowieso vor Ort. Ich fasste kurz zusammen: Noch nie an der Treppe trainiert, aber vor kurzem einen Marathon gelaufen. Sie war immer in Bewegung, allerdings war sie bis vor kurzem verletzt. Es war sicherlich sinnlos. Aber meine letzte Chance:

FullSizeRender-3Stille. Ein paar Minuten. Ich wusste, Hannah überlegte. Fragte ihren Carsten um Rat. Aber nicht lange. Keine fünf Minuten später kam ihre Antwort: „Maty, wenn Du treppeln möchtest, ziehe ich das für Dich durch. Aber ich kann für Nichts garantieren. Ausser für meine Beisserqualitäten.“ JA!!!!!!!! JAAA! JAAAAA! Wir waren wieder komplett! Hannah, Dich hat der Himmel geschickt, die Engel konnten starten! IMG_6910

Wir waren so froh und schmissen unsere Renntaktik prompt um: Hannah musste irgendwie die 25 Runden schaffen, damit wir gewertet würden. Und so lautete unser Ziel jetzt: Jede läuft 25 Runden, der Rest war Kür. 100 Runden waren nicht mehr das Ziel, sondern Dabeisein, Durchziehen, Crewlove. Unsere Euphorie schlug wieder Saltos.

Bis zum Start.

Es war kurz vor Mitternacht, die Einzelstarter schon seit über sieben Stunden unterwegs, das Sportlerzelt füllte sich mit den 22 Dreierseilschaften, die Stimmung war eher ruhig, was ich der allgemeinen Müdigkeit zuschrieb. Bere zischte, wie cool sie es fand, dass hier kein Schaulaufen der Eitelkeiten stattfand. Die Ultras auf der Strecke waren die wahren Freaks und einfach entspannt. Das Briefing wurde von Ulf zügig und konzentriert durchgezogen, es konnte nun endlich losgehen. Berenice sollte als Erste starten, wir nahmen Hannah in unsere Mitte und waren bereit. IMG_6913

 

Runde 1: Der Schock.

Als Bere nach etwa sieben Minuten wieder zurück war und Hannah abklatschte, fragte ich sie sofort, wie es war. Sie war noch nie zuvor an der Spitzhaustreppe, wusste vorher also nicht, was sie erwartete. Und ihr Gesicht sprach Bände: „Anstrengend“, keuchte sie. Na super. Auch Hannah kam mit hochrotem Gesicht an. Dann war ich dran. Und obwohl ich schon einige Male die Treppe rauf- und runtergelaufen bin, bin ich sie noch nie gerannt. Sie nahm einfach kein Ende. Hinab war vollste Konzentration gefragt, da die Laternen Schatten auf die Stufen warfen, hinauf hätte ich gern am Sani-Zelt Halt gemacht. Mein Puls raste, die Herzfrequenz schwebte über Maximum, und überhaupt, was sollte diese letzte Steigung zum Ziel hinauf? Sonst rannte ich sie doch immer? Wie gern wäre ich diese jetzt gekrochen. Beissen, Maty! Ich fühlte mich wie am Ende eines 5km-Laufs. Aber es sollten noch zig folgen?! Ulf bestätigte mir besorgt mein frustriertes Gesicht.

Runde 2-6: Krass. Der Spass wollte sich nicht so recht einstellen. Es war ein einziges Intervalltraining, und die Pausen dazwischen reichten gerade einmal, um durchzuschnaufen, etwas zu essen und auszukühlen. Dann sollte es schon wieder rausgehen aus dem Zelt zum Startblock. Wo waren die strahlenden Engel, die mit Spass über die Runden fliegen wollten? Keine Ahnung, nicht in Radebeul.

Runde 7-12: Na endlich, wir fanden unseren Rhythmus. Es ging eben nicht ganz so turboschnell wie bei den anderen Freaks, aber wir gewöhnten uns an den Schmerz der Steigung, irgendwann gingen die 8 Minuten rum. Einfach von Runde zu Runde hangeln. Bloss nicht nachdenken über die nächsten 13 Stunden.

Runde 13-30: Regen.IMG_6764

Mist. Er wurde vorhergesagt, und Alle rechneten mit nassem Wetter, aber dass es so in Kübeln giessen sollte, ahnte niemand. Eine Treppenrunde reichte vollkommen, um komplett durchnässt zu sein. Keine Regenjacke hielt der Nässe stand und Umziehen war keine Option. Wer hatte schon 30 Komplettgarnituren dabei? Uns blieb Nichts übrig als hinauszurennen, triefend zurückzukommen, auszukühlen und weiterzumachen.

Das Sportlerzelt, welches Alle für die Pausen nutzen, wurde muffig und feucht. Keine Sachen konnten so recht trocknen und zudem bildeten sich kleine Wasserläufe ihren Weg durch das Zelt, die in Kürze alle Taschen und Schuhe durchnässten. Was für eine mentale Schule. Aber: Niemanden störte es wirklich und wir hatten Spass. Berenice liebte sogar diesen Regen, Tatsache!

Runde 31-40: Das Verpflegungszelt

Trotz der späten Stunde, der Kälte, Nässe, aller Mimimi`s war die Stimmung ungebrochen gut. Woran lag es? Sicherlich können Ultraläufer sich gut quälen, dies ist ein Charaktermerkmal, das ich an ihnen sehr schätze. Doch hier war noch einiges anders: Die gesamte Veranstaltung hatte so viel Herz. Nichts war gekünstelt, Vieles improvisiert, Alles authentisch. Im Verpflegungszelt standen in den nächtlichen Stunden zig Freiwillige, die mit Herzblut und Fleiß herrliche Brote schmierten, Kuchen anschnitten, Tee kochten. Das Buffet war genial, die aufmunternden Worte dazwischen so wertvoll. Danke dafür! Essen, Trinken, Lachen, weiter ging es…

Runde 41-60: Es wurde endlich hell! Die Vögel kündigten den Morgengrauen an, und mit dem Tageslicht kamen neue Kräfte zurück. Noch in Runde 30 spürte ich ein deutliches mentales Tief in unserem Team und ich zweifelte kurz, ob wir es schaffen würden. Doch der Morgen mobilisierte wieder unsere Kräfte. Der Regen ließ nach, wir zogen trockene Sachen an, und wir konnten weiterlaufen. Inzwischen waren wir bald 10 Stunden in Bewegung.IMG_6911

Runde 61: Überraschung! Irgendjemand sagte uns, dass wir auf dem Dritten Platz bei den Frauen lagen, die vierte Damenmannschaft uns nicht mehr einholen könne. Wir schauten uns ungläubig an. Damit haben wir nicht gerechnet! Treppchen? Niemals! Etwa doch? Genial.

Runde 62-75: Die Oberschenkel fühlten sich an wie Gummi, die Treppe war jedes Mal länger (Ulf, Du hast doch Stufen hinzugefügt!), und dennoch war klar: Hannah würde locker über die 25 Runden kommen, und wir auch! Diese Nacht würden wir Siegerinnen sein, Zeit egal, der Crewgedanke ließ die Engel doch noch schweben. Halleluja!IMG_6865Runde 76-90: Krisensitzung. Wir haben unser gesetztes Ziel erreicht, wieviel mehr war drin? 5 Runden für jede von uns auf jeden Fall, sagten wir im Chor. Auch wenn es weh tat, aber wir waren im Flow, hatten diesen Zustand erreicht, an dem es zwar weh tat, es uns aber Nichts mehr ausmachte, der Geist nicht mehr rebellierte, der Körper einfach folgte. Bere war die Rakete von uns. Sie zog Runde für Runde gleichmäßig durch und strahlte uns immer im Zelt an, wir folgten ihr einfach. So ging Teamspirit.IMG_6863-1

Wenn man mich fragt, was ich am Ultralaufen und an Ultraläufern so liebe, bewundere, antworte ich jedes Mal: Die Überschreitung der eigenen Grenzen, das Vermögen, den rebellierenden Körper zu mobilisieren, die persönliche Krise auszuharren, sie wahrzunehmen, aber nicht zu werten. Sie geht vorbei, der Körper macht weiter. Nach jedem Tief kommt ein Hoch, man muss nur geduldig sein. Die Yogis atmen sich durch eine Krise, sie atmen einfach weiter, werten nicht, haben Geduld. Ein Ultraläufer tut Nichts anderes, er läuft einfach weiter, oder er geht, bis es wieder läuft. Im Ultralaufen, im Treppensteigen, so auch im Leben.

Und so liefen wir unsere 90 Runden zusammen. Dann zögerten wir noch ein letztes Mal: Nur noch 10 Runden, und wir hatten 90 Minuten Zeit!? Sollten wir? Noch einmal Gas geben, mobilisieren? Wir grinsten. Keine zweifelte, dass wir es nicht durchziehen konnten. Doch wir waren so dankbar für diese Nacht: Hannah hat 30 Runden durchgezogen, und sie verdiente die Medaille für die spontanste Aktion des Rennens. Berenice und ich waren unglaublich dankbar und happy, dass wir überhaupt starten durften. Auf uns warteten mehrere Stunden Autofahrt, jede von uns musste noch am gleichen Abend heim. Also war es nur vernünftig: Aus – vorbei- wir waren fertig. IMG_6912

Dieser METM hatte es uns angetan. Nicht nur uns als Team und Mädelscrew. Ulf, der zwischen all seinem Orga-Stress immer wieder bei uns blieb, mir die Babydecke reichte <3, Du warst der Beste! All die motivierenden Worte und der aufmunternde Blickkontakt zwischen den Läufern, von Konkurrenz keine Spur, so cool! Die Stimmung der Helfer, Brötchenschmierer, aller Beteiligten, grandios! Carsten, Du hast sicher nicht geahnt, was deine Hannah leisten kann, oder? Conni, Kersten, Gabi, Matze, Katja, Anja, Conny, Peter, Uwe: Danke für Eure Motivation!!!

Wir kommen wieder. Weil wir glauben, dass dieser Underdog METM etwas Besonderes ist.

 

Aber vorher noch: Die Siegerehruuuuuuung!!!!

IMG_6873-1Die drei Engel vermelden: Übermüdet, geschafft, aber glücklich wie schon lange nicht mehr.

WE LOVE #METM!!