Die SKINS DNAmic Tights, auf Herz und Nieren geprüft

Ich mache nicht gerne Produkttest. Ist so.
Ich will keine Schuhe oder Klamotten zugeschickt bekommen, nur weil sie kostenlos sind.
Mich in meiner eh schon so knappen Zeit für das Training in Dinge zwängen, die ich mir von selbst nie gekauft hätte, weil sie nicht zu mir passen. Und diese Dinge dann auch noch bewerten, obwohl ich sie am liebsten gleich in die hinterste Schrankecke stecken würde. Es bereitet mir Bauchschmerzen, etwas öffentlich zu kritisieren, was wochenlang mit Herzblut entwickelt wurde. Dann stelle ich mir ein Team von motivierten, dynamischen Leuten vor (ja, lacht nur),die mit Begeisterung dieses Produkt den Sommer über entwickelt haben, und ich muss dieses in Grund und Boden schreiben, weil er einfach nicht zu mir passt. Dann lieber gar nicht, meine Standardantwort an die Unternehmen ist inzwischen vorgespeichert: Herzlichen Dank, aber Nein.
Wenn mir etwas wirklich gut gefällt, kaufe ich es mir lieber selbst. Und wenn ich dann das Gefühl habe, dieses „Etwas“ sei nun wirklich das Non-Plus-Ultra auf dem Laufmarkt, tue ich meine Begeisterung kund. Aber eben nicht aufgezwungen. Weiterlesen

„Meine Tor“ – von Ulf Kühne

Schon seit vier, fünf Jahren schwirrte bei mir im Kopf das Gespenst „Tor des Geants“ herum. Ein 330-Kilometer-Rennen durch das Aostatal mit 24.000 Höhenmetern, welches in 150 Stunden zu bewältigen ist. „Das mache ich mal,“ sprach ich zu mir, „Irgendwann…“

Sollte es Zufall sein, dass ich Anfang des Jahres immer wieder auf der Seite des Veranstalters surfte? Wahrscheinlich nicht, denn schließlich wagte ich die Anmeldung. „Man kann es ja mal probieren“, dachte ich.

Zwei Ausloseverfahren später (von 2500 Bewerbern wird in zwei Schritten auf 800 Teilnehmer ausgesiebt) fand ich mich tatsächlich in der Startliste wieder. Ich war ein wenig überrascht, aber nun. Dann sollte es 2016 halt sein.screenshot-25-09-2016-22_44_29_ver001

Nun hiess es Vorbereiten und Trainieren, was der Körper hergibt.

Viel gab er aber nicht her. Denn eine Fußverletzung, die bis in den Mai anhielt, liess mich nicht wirklich in Tritt kommen. Ich absolvierte „Alibi-Läufe“, einen 24h-Lauf im Stadion, den Mauerweglauf, UTLW und Pitztal Glacier Trail. Ja, ich lief irgendwie, doch von kontinuierlicher Vorbereitung auf die Tor fehlte jegliche Spur. Und diese rückte nah und näher. Ich sprach mir Mut zu und sagte, das sei Alles nur Kopfsache.

Und so begab ich mich zusammen mit Carsten, ebenfalls Tor-Anwärter und inzwischen guter Freund, am 10.September auf den Weg nach Courmayeur. Wir waren gespannt, voller Vorfreude, aber auch nervös, was auf uns zukommen sollte. Keiner von uns kannte eine solche Distanz.

Der Vortag des Rennens rauschte an uns vorbei durch die Organisation der Dropbags, das lungamente italienische Briefing und die Vorabendpizza.

Am Sonntag um 10 Uhr war es dann endlich soweit: bei strahlendem Sonnenschein sangen Zuschauer und Läufer gemeinsam die Tor-Hymne „moi siamo liberi…“, der Startschuss ertönte und wir wurden auf die lange Reise geschickt.

Nach einer kleinen Schleife um Courmayeur ging es gleich hinauf zum Col Arp.

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„Die Serpentine kenn‘ ich doch, hier bin ich vor zwei Jahren beim UTMB hinunter!“- Und sie präsentierte sich genauso wie damals: Dreckig, staubig, steil und gemein.

Nach 9 Kilometern war der erste Berg von unzähligen noch kommenden erklommen. Der Downhill nach La Thoulie lief ziemlich einfach und entspannt, nur die Sonne heizte uns ordentlich ein. Noch mit Carsten zusammenlaufend labten wir uns an der reichhaltigen Verpflegungsstelle.

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Es folgten mit dem Passo Alto und dem Col Crosatie zwei Pässe über 2850 Meter. Es fiel mir nicht leicht, diese zu bezwingen. Beziehungsweise tat ich mich schwerer, als ich es wahrhaben wollte. Und das zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens! Der Kopf brummte. Ich machte mir Gedanken: Bin ich zu blauäugig an den Start gegangen? Habe ich die Tor unterschätzt? Falk sagte doch: Die Tor ist technisch nicht so anspruchsvoll😮 …

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Zeit für ein Telefonat mit der Liebsten! Sie sprach mir Mut zu, ich sollte in kleinen Stücken denken, zunächst einmal zur nächsten Base, dann länger pausieren, gegebenenfalls etwas schlafen. Auf keinen Fall an die gesamte Strecke denken, die noch vor mir lag. Also gut.

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Um 21.24 Uhr erreichte ich Valgrisia, die erste große Station. Mit Bier uns Nudeln gestärkt, aus der Tasche frische Socken und Shirt geholt, und da von Müdigkeit jegliche Spur fehlte, nach etwa 45 Minuten zum Aufbruch bereit gemacht.

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Und tatsächlich lief es endlich wie von selbst. Die Kühle der Nacht, die nun wieder trockenen Sachen und der wieder aufgefüllte Tank brachten die Lokomotive zum Laufen.

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Nun wurden Col Fenetre, Col Entrelor und mit 3299 Metern der höchste Punkt des Rennens, Col Lason bestiegen. Drei Lange Up- und zeitlich fast genauso lange Downhills , da technisch sehr schwierig, wurden bewandert.

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Am Montag erreichte ich gegen 15 Uhr Cogne, den zweiten großen Umschlagplatz. Hier muss ich wohl etwas geschlummert haben. So recht fehlt mir die Erinnerung daran, knapp drei Stunden verbrachte ich jedenfalls laut Dashboard dort, dann ging es weiter.

 

Der folgende Abschnitt über den Fenetre di Champochier bis Chardonney dauerte eine gefühlte Ewigkeit und ich hatte dort schließlich das Bedürfnis, mich wenigstens kurz hinzulegen. Gar nicht so einfach, wenn die Läufer draussen leidenschaftlich mit lauten Kuhglocken empfangen werden. Gerade, als ich doch noch in einen Tiefschlaf gefallen bin, wurde ich auch schon wieder geweckt, da man an den Zwischenstationen höchstens zwei Stunden verweilen durfte. Ich wurde einfach wieder in die Nacht hinausgeworfen. Zeit für ein Telefonat…img_5690-1

Fünf Stunden später in Donnas holte ich meinen restlichen Schlaf, also erneut zwei Stunden, nach. Nach einer heissen Dusche und mit gestärkten Kräften ging es Dienstag um elf Uhr auf den 15 Kilometer Anstieg zur Halbzeit der Tor zum Refugio Coda. Es lief wahrlich recht gut, ich war bestens gelaunt, die Sonne schien, das Aostatal präsentierte sich von seiner schönsten Seite, die urigen Bergdörfer mit ihren wohltuenden Labestellen taten ihr Übriges. Ich lief ein wenig wie im Bergrausch.img_5675

Ich passierte Refugio Balma und wollte nur schnell weiter. Nichts konnte mich aufhalten ausser gelegentliche Fotostops, die bei der atemberaubenden Berglandschaft einfach sein mussten.

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Doch es kommt meist anders als man denkt: Der folgende Abschnitt nach Niel war für mich persönlich der gefährlichste, anstrengendste und Kraft raubendste Part. Über Geröllfelder ging es entweder sehr steil hoch oder dementsprechend runter. Es war mehr ein Klettern, Hangeln und Steigen denn Laufen. Sieben endlose Stunden habe ich für die 17 Kilometer (22-5 Uhr) benötigt.

Total erledigt kam ich in Niel an. Ich wollte nur noch etwas Essen und mich schnellstmöglich hinlegen. Die Frage nach einer Liege wurde verneint. Ich legte mich verzweifelt auf den Fussboden des Refugios und versuchte zu schlafen. Ich fragte schlotternd nach einer Decke, und plötzlich hatte man Erbarmen und führte mich ins beheizte Zelt zu einer kleinen Liege. Nach gefühlten 5 Minuten (es waren 2 Stunden) wurde ich gnadenlos geweckt. Ich fühlte mich leer und erschlagen. Den Kaffee und ein kleines Baguette zwang ich mir noch hinein. Dann verließ ich das Refugio unter Tränen und begab mich in den Anstieg des Col Lasoney. Zeit für ein Telefonat…

Ich war am absoluten Tiefpunkt und schluchzte ins Telefon, Maty versuchte mich zu beruhigen und wieder aufzubauen. Irgendwann tröstete mich die vertraute Stimme und ich konnte weiterstampfen.

Nach dem nächsten Pass und einer einmaligen Auswahl an Käsesorten an der nächsten kleinen Verpflegungsstelle war ich wieder der Alte.fullsizerender-31

In Gressoney holte ich die nächsten zwei Stunden Schlaf nach. Es wurden die Stirnlampen aufgeladen, die Schuhe getrocknet, frische Sachen angezogen. Über den Col Pinter und Col di Nana erreichte ich Donnerstag um 1:42 Valtour. Hier wollte ich endlich einmal „richtig“ schlafen, also vier Stunden😉. Nach dem mittlerweile zur Regel gewordenen Fuß-Tapen und einem schönen Glas Rotwein ist mir das auch gelungen.

Um 7:30 klingelte der Wecker und nach einem kräftigen Frühstück ging es wieder hinaus. Ich kam jedoch aus dem Zelt und stutzte: Was war das? Nebel und Dauerregen, Alles kalt und grau. Es half Nichts, ich musste weiter. Schon kurz vor dem Refugio Barmasse war ich völlig durchnässt. Die Regenjacke hielt nicht im Geringsten, was der Hersteller versprach, ich grübelte: So konnte ich einfach nicht weiter. Ich war nass und durchgefroren, der Streckenverlauf zeigte 34 Kilometer oberhalb von 2000 Metern, das konnte so nicht funktionieren! Im Refugio wechselte ich zunächst alle Sachen komplett und bastelte mir als oberste Schicht die goldene Rettungsdecke zum Poncho. So sollte, nein, so musste es weitergehen! In dieser Manier lief ich bis Oyace.fullsizerender-43

Ja, es hat funktioniert, bis auf die Füsse. Ich litt unter der Feuchtigkeit und Blasenbildung. Das Auftreten machte mir große Schwierigkeiten, und frische Socken und Schuhe sollten erst 18 Kilometer weiter auf mich warten. In Oyace angekommen musste ich erst einmal die wunden Füße reinigen, trocknen und tapen lassen. Nur trockene Socken fehlten mir. Ich schaute mich um, ob mir jemand mit einem Paar aushelfen würde. Der erste Läufer, den ich fragte, verneinte. „Los, frag noch einen, da muss doch jemand hilfsbereit sein!“ bestimmte Maty am Telefon. Und tatsächlich: Ein Läufer, der sich zum Aussteigen entschlossen hatte, half mir mit seinen aus. Merci Beauceaup an dieser Stelle.

Ich begab mich zur Kurzruhe und kurz vor 24 Uhr lief ich wieder weiter.

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Am Freitag um 5.30 Uhr erreichte ich Ollomont, die letzte große Station der Tor des Geants. Hier warteten endlich die trocken Sachen und Schuhe auf mich sowie ein letzter zweistündiger Erholungsschlaf, bevor ich mich auf die letzte Etappe machte. Noch 51,4 km. Das wird sich doch wohl ausgehen!

Zuerst den Col Champillon, nochmal richtig schön steil auf und ab. Es schneite. Ein Hüne von Mann, der örtliche Bergführer, trat aus der Hütte mit einer riesigen Kuhglocke, sein Bernhardiner folgte ihm auf Schritt und Tritt. Er fing an, die Glocke zu läuten und heulte dazu wie ein Wolf. Der Hund ahmte das Ganze nach, eine unglaubliche Stimmung und Verabschiedung aus dem Refugio Champillon, die ich nie vergessen werde.fullsizerender-39

Es folgte ein 10km-Flachstück, in welchem ich mich immer wieder beim Sekundenschlaf während des Laufens erwischte. Als ich plötzlich 2 Frauen sah, die mich auch noch auf Deutsch anfeuerten, dachte ich, das war`s jetzt. Jetzt halluziniert er. Doch nein, sie waren echt. Es waren die Frau und Schwägerin von Frank, einem Treppenläufer und guten Bekannten, die mir entgegen kamen. Was für eine Überraschung! Ich sagte: „Los! Quatscht mich voll, ich bin gerade am Einschlafen!“ Und so vergingen die restlichen 2 Kilometer bis nach Saint-Remy wie im Fluge.

Alles andere wie im Fluge verlief der endlos lange Anstieg zum Refugio Frassati. Endlich angekommen nahm ich am Kanonenofen platz und wollte am liebsten bleiben, so gemütlich war es dort. Thomas Bohne, Gesamt Sechster der Tor, schon längst im Ziel und frisch geduscht, half hier im Refugio aus. Er munterte mich auf und sagte, die besten Downhiller brauchten von hier drei Stunden bis zum Ziel, Du schaffst das in fünf Stunden!

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Zum Col Malatra hin wurde jedoch der Schnee immer dichter. Ich musste die Schneekrallen an die Schuhe befestigen und war dankbar, dass diese zur Pflichtausrüstung gehörten. Die Sicht war gleich Null, in der Dunkelheit erschien das Schneetreiben vor der Stirnlampe wie eine Wand. Die letzten Meter zum Gipfel waren noch einmal eine große Herausforderung: An Seilen hochziehen, mit den Krallen über Felsen kratzen, Schritt für Schritt konzentriert bleiben. Irgendwann war der letzte Gipfel geschafft und ein Bergretter reichte mir seine Hand für den letzten Schritt aufwärts.

Hinunter meldete sich eine Sehne im linken Spann des Fusses. Das Auftreten bereitete mir Schmerzen. Das Ganze wurde zur Wanderpartie. Im Malatra folgte noch ein letzter Gegenanstieg, nicht leicht, aber Alles egal. Samstag früh werde ich finishen. Nur noch den bekannten Trail entgegengesetzt des UTMB über Refugio Bertone nach Courmayeur.

So viele Steine, wie da im Weg lagen, genauso zäh war dieser Downhill zum Ziel hinab. Jeder Stein stand für eine Minute.

Thomas, ich habe 6,5 Stunden benötigt, aber ich habe es geschafft!

Um 2:27 Uhr lief ich nach 136:27:47 Stunden auf Platz 234 einsam und allein ins Ziel hinein. Ein älteres Ehepaar stand am Rand und klatschte verhalten. Carsten wollte mit Bier auf mich warten, aber wir haben uns irgendwie verfehlt. Keiner war da. Nicht einmal Maty war erreichbar. Sie war zwei Stunden zuvor so erleichtert, dass ich nun sicher finishen würde, dass die Aufregung der letzten Tage in Erschöpfung wechselte und sie vor dem Computer eingeschlafen war.

Bei der Zielversorgung gratulierte mir als erstes eine ältere Dame vom Sanitätskommando. Ich liess mich also zum Hotel fahren, checkte um drei Uhr im Hotel ein, kaufte zwei Bier, duschte und rasierte mich sogar, trank mein 16€-Finisherbier und endlich war wieder Zeit für ein Telefonat.

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Fazit:

Die Tor des Geants war für mich eine absolute Grenzerfahrung, Adventure-Trail trifft voll und ganz zu. Die atemberaubende Landschaft, die Berge, die Täler, Bergdörfer, die Kargheit über 2500m, die Geröll- und Kletterpassagen, die üppig ausgestatteten Verpflegungsstellen, all das macht die Tor zu einem Gesamtkunstwerk. Die Selbsteinschätzung, wann man schlafen sollte, wann man weiterläuft, welchen Abschnitt zu welcher Tageszeit, die Einteilung des Weges macht die Tor zu einem Austesten der körperlichen Fähigkeiten und Grenzen. Die gesamte Organisation ist strukturiert und vollkommen durchdacht, es hakt an keiner Ecke. Chapeau, Tor-Team! Und ich bin saustolz, das Ding nach Hause gebracht zu haben.

Danke Dir Maty, Danke an Alle, die mich auf den verschiedensten Kanälen unterstützt haben, Ihr wart grandios! Mille Grazie, Euer Tor-wart Ulf Kühne

 

Wer setzt Deine Grenzen…?

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In keine fünf Minuten fällt der Startschuss. 828 Männer und Frauen stehen bereit für das Rennen ihres Wettkampfjahres. Ich würde weiter gehen, für Viele von ihnen ist es das Rennen ihres Lebens: 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter müssen in knapp einer Woche bewältigt werden. Die Schnellsten von ihnen schaffen es in drei Tagen und Nächten.

Die Tor des Geants (Die Tour um die „Riesen“ Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn, Grande Murrailes, Dent d´Hérens, Grand Combin, Grand Jodasses und Gran Paradiso) ist ein Rennen, das meine Vorstellungen von einem Ultratrail sprengt.

Wie viel Kraft braucht man, um über einen so langen Zeitraum seinem Körper Alles abzuverlangen? Wie viel mentale Stärke, trotz körperlicher Erschöpfung, Müdigkeit und Schmerzen immer weiterzumachen, nicht aufzugeben, sich bis zum Ziel zu treiben? Ich weiss es nicht, ich werde es selbst wohl nie erfahren.

Als ich meiner Arbeitskollegin ein Video des Rennens zeigte, blieb sie unberührt. „Diese Typen haben einen Knall. Sowas ist doch nicht mehr normal“, sagte sie kauend und widmete sich weiter ihrer Zeitschrift.

Nun, das glaube ich nicht.

Wer sagt eigentlich, was „normal“ ist? Wer setzt die Standards, wer seine eigenen Grenzen? Jeder Mensch für sich selbst allein.

Und während eben diese Kollegin vermutlich nach den ersten Kilometern erschöpft am Wegesrand sitzenbleiben würde, treibt diese Männer und Frauen, die natürlich andere Voraussetzungen und Trainingsstandards erfüllen, dann doch auch eine Sehnsucht, die tief in ihnen lauert und ihnen eine unglaubliche Kraft schenkt, diese Herausforderung zu bewältigen:

Das Gefühl für Raum und Zeit loslassend, sich Strecke für Strecke, Gipfel um Gipfel vorkämpfend, immer nur bis zum nächsten kleinen Ziel, niemals das ganze Ausmass erfassend, weil es einem Angst machen würde.

Nächtelang Schritt um Schritt einen Berg nach dem anderen erklimmend, nur den Schein der eigenen Stirnlampe und die nächsten Meter wahrnehmend, zitternd sich den Tag ersehnend, wenn die kalten Glieder von den Sonnenstrahlen aufgeheizt werden.

Streckenweise andere Läufer begleitend, wohl wissend, dass keine Worte nötig sind um eine Einheit zu bilden, eine Verbindung zu spüren. Lediglich der gemeinsame Atemstoss und vereinzelt ein schmerzliches Stöhnen reichen als gemeinsame Sprache.

Den Sonnenaufgang Sekunde für Sekunde erahnend, nach tausenden von Sonnenaufgängen im bisherigen Leben diesen einen so Willkommen heissend, wie die lang ersehnte Geliebte, dankbar für das kostbare Licht, das nicht nur endlich den Weg erhellt, sondern auch das eigene Innere. Und einen selbst aus dem tiefsten Tal holt und neue Kraft schenkt.

An den Verpflegungspunkten hoffnungsvoll nach bekannten Gesichtern ausblickend, Jemanden der einen küsst, umarmt, sagt, dass Alles gut wird und er so stolz auf ihn ist. Und dann dankbar das zustimmende Lächeln eines Fremden aufsaugend, es wie einen kostbaren Schatz unter der Jacke mitnehmend, wenn es weiter hinaus auf die Strecke geht.

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Photocredit: Tor des Geants Official

Und dann irgendwann, am Ende dieser Woche, Tage, Stunden ankommend. Am Ziel oder an einem Punkt, an dem der Körper sagt, hier musst Du Schluss machen. Hier ist Deine Grenze heute. Vielleicht nicht morgen, aber heute. Und egal, ob diese Grenze am Ziel der 330 Kilometer in Courmayeur oder aber irgendwo dazwischen unterwegs liegt, so hat dieser Mensch eine Reise hinter sich gebracht, die ihn ganz nahe an sein Innerstes geführt hat. Zu den inneren Dämonen, Schwächen und Stärken. Er hat Schmerzen gespürt, Einsamkeit, Glück, Verzweiflung, Demut, die eigene Vergänglichkeit. Und sich dabei vorwärts bewegt, zu keinem Augenblick stehen bleibend, von Atemzug zu Atemzug, wie das Leben selbst. Kann es eine bessere Metapher zum Leben geben? Was ist hier durchgeknallt, was normal…?

Wenn Männer und Frauen eine Woche lang 250 Kilometer durch die marokkanische Sahara laufen, 450 oder gar 900 Kilometer durch die Pyrenäen, 140 Meilen durch den Amazonas Dschungel…und sich selbst dabei näher kommen, als je zuvor: Wer vermag besser zu entscheiden, wo die Grenzen des anderen liegen als sie selbst allein? Wenn Kilian Jornet beschließt, als erster Mensch ohne Hilfe von Sauerstoff den Mount Everest in Rekordzeit zu besteigen, wer hat das Recht zu entscheiden, ob dies machbar ist, ausser er selbst allein?

Ein Autor namens Pietro Trabucci schrieb einen Artikel über die „Tor Sickness“, ich würde es fast den „Extremlauf-Kater“ nennen:

Es ist ein Phänomen, fast eine Epidemie, das Läufer nach Beendigung eines solchen Rennens befällt: Die Emotionen, die der Läufer hier empfindet, lassen ihn schwer zum wahren Leben zurückzufinden. Die Normalität erscheint zunächst grau und enttäuschend nach dieser Grenzerfahrung. Kummer und Nostalgie durchdringen seine Existenz.

Der Sinn für Identität schwankt, das eigene Ego kauert wie ein eingeschüchterter Hund, wenn wir erkennen, dass wir ein Nichts sind verglichen mit der Kraft des Kosmos. Unsere selbst-zufriedene soziale, berufliche und sportliche Existenz ist ausgelöscht im Angesicht dieser Kraft.

Es wird uns klar, dass wir nur ein kleiner Fleck sind im Kreis von etwas viel Gewaltigerem, Unermesslicherem.

Der Kontakt mit dieser Großartigkeit tötet unsere aufgeblähten Egos, vernichtet den Glauben, dass wir im Zentrum unseres Universums sind. Und minimiert die Sorge, wenn es mal nicht komfortabel wird. Unsere Identität wird erneuert zu einer soliden Basis, der Basis der Herausforderung mit ihren eigenen Grenzen und Zielen.

Um diese Wahrheit zu erkennen, benötigen manche Menschen Jahre der Reflexion und Einkehr. Wer also ist hier durchgeknallt? Wer normal?img_1647

Photocredit: eastrun (live from the Tor des Geants)

Die Läufer des Tor sind jetzt unterwegs auf ihrer langen Reise. Aufhalten konnte sie von ihrem Traum sowieso niemand. Dieser Weg war so unvermeidbar wie ihr Schicksal selbst.

Alles, was wir hier machen können: Sie hier erwarten, in Empfang nehmen und zuhören, wie Sie mit glänzenden Augen von diesem Abenteuer berichten. Oder ihr vielsagendes Schweigen annehmen. Denn sie haben mehr mitgebracht als geschundene Füsse und ein Finishershirt.

Der Sigrid-Eichner-Marathon oder: Run with Your Heart

Es ist Samstag Morgen, der 13. August. Der Tag des 5.Berliner Mauerweglaufs, eines Laufs von 100 Meilen gegen das Vergessen der Berliner Mauer. Einhundert Meilen, die hunderte von Ultraläufern auf sich nehmen und bis in den nächsten Morgen hinein zu Ende laufen werden. Und soeben, bei Kilometer 20, passierte uns in leichten kurzen Schritten eine ältere Dame. Klein, schlank, zerbrechlich, und doch voller Kraft und Zielstrebigkeit. Und wer läuft und sich für das Laufen in Deutschland interessiert, weiss sofort: Das ist Sigrid Eichner.

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Am 08.Juli, also vor etwa 4 Wochen, ist diese Dame im Alter von 75 Jahren ihren 2000. (nein, ich habe keine Null zuviel getippt) gelaufen. Viele von Euch werden es bereits auf Facebook oder anderen Kanälen gelesen haben, wer jedoch nicht, muss sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen lassen: ZWEITAUSEND Mal die Distanz von 42,195 Kilometern oder länger am Stück. Sie hat sich somit einen Rekord „erlaufen“, denn niemand zuvor hat bisher so oft einen Marathon gefinisht.

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Ich verfolge das Läuferleben dieser Dame eine ganze Weile, weil mich dieser Esprit und Wille, seit Jahren so viele Wettkämpfe zu laufen, einfach fasziniert.

Die in Thüringen geborene 75-jährige begeisterte sich schon als Kind für den Sport, besuchte in Nordhausen ein Sportinternat und trainierte dort Gymnastik. Doch erst als sie 1976 nach Berlin zog und ihr Leben als Hausfrau und dreifache Mutter in dieser lauten, für sie ungewohnten Stadt nach einem Ausgleich rief, entdeckte sie das Laufen für sich. Hier konnte sie sich erholen, abschalten, Kraft tanken. Ein paar Jahre später, genau am 17.Mai 1980 stand sie bei ihrem ersten Wettkampf an der Startlinie. Es war der 45-Kilometer-lange Rennsteiglauf, wo schließlich Alles begann. Das Laufvirus hat sie infiziert und fortan startete Sigrid an jedem Wochenende bei irgendeinem Rennen. Keine 30 Jahre später hatte sie bereits 1500 Läufe auf ihrer Liste!

Auf all den Bildern, die ich von ihr sah, hatte diese Dame ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht und ihr kleines, schmales Figürchen strotzte vor Stärke. Keine Frage, ich wollte Sigrid gerne kennenlernen!

Als im Frühling die Möglichkeit ins Haus flatterte, am Sigrid-Eichner-Marathon, einer kleinen Laufveranstaltung in Berlin von und für Sigrid,  teilzunehmen, sagten ich natürlich sofort begeistert zu. Da dieser Marathon noch Teil der Kampagne“Team Tibet“ war und somit ein weiteres Herzensprojekt von mir angesprochen wurde, wollte ich unbedingt Teil dieser Gruppe sein, die im Zeichen ihrer Solidarität mit den Tibetern durch Berlin laufen würde.

Im Vorfeld zu diesem Marathon gab es in der Vorbereitungsphase noch eine nette Anekdote, die ausgezeichnet zu dem Bild von Sigrid passte, das ich bereits vor dem Kennenlernen von ihr hatte:

Es sollte ein heisser Tag werden, der bis dato heisseste Tag des Jahres. Und da uns weit über 30 Grad erwarten sollten, wurde heiss diskutiert, ob man den Start vorverlegen oder gar verschieben sollte: Manche wollten lieber in den sehr frühen Morgenstunden starten, einige überhaupt nicht, wieder andere gaben Tips zu Kühlung und Sonnenschutz. Bis am Ende Sigrids Nachricht ins Netz flatterte:

„Liebe Mitläufer, was für eine Vorbereitung und was für eine lebhafte Diskussion…

…Wir laufen in Berlin und nicht im Dschungel – Hilfe, Tiger, die einem was antun könnten…

…Noch viel wärmer ist es im Death Valley!

… Ich freue mich jedenfalls auf Euch und auf die Herausforderung unterwegs.

Bis morgen. Der Sturmvogel “

Was soll ich sagen? Ich war verliebt in diesen Sturmvogel. Ziemlich abgebrüht und tapfer, aber so muss man wohl auch sein nach all den Jahren Ultralaufens.

Somit wurden die leichtesten Laufsachen herausgelegt und der Wecker auf ganz früh morgens gestellt. Es sollte losgehen!

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Und so fanden sich am nächsten Morgen 13 strahlende und gut gelaunte Läufer im Schlosspark Pankow wieder, um gemeinsam auf die Strecke zu gehen.

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Sigrid sprach noch einige verschlafene, liebe Worte zu Allen, motivierte uns, durchzuhalten- und los ging es! Anke Czerwonka, die Organisatorin und gute Seele des Laufs, gab das Startsignal.

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Es sollte vom Schlosspark Niederschönhausen durch den Norden Pankows auf dem Pankeweg, einem hübschen Radweg, nach Bernau gehen und später wieder zurück.

Das Führungsrad Damen wechselte zwischen den drei ersten Damen hin und her und hielt Schwätzchen mit uns, was uns die ersten Kilometer sehr erheiterte. Schließlich liess ich jedoch abreissen, da ich die schwere heisse Luft schon jetzt spürte. Für Ulf sollte es ein langsamer entspannter LongJog werden auf seinem Weg zum Tor des Giants, und so war ich froh, dass ich mein gemütliches Tempo einschlagen durfte und er mich dennoch begleiteten würde. Jemanden an seiner Seite zu wissen, der sowohl Orientierungssinn als auch Humor hat, wenn es unwegsam oder ungemütlich werden sollte, ist unbezahlbar. Und wenn es der eigene Partner ist, herzallerliebst.

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Der 10Km- und später auch 30km-Verpfelegungspunkt war ungewöhnlich und genial: Ein Kiosk direkt am S-Bahnhof hielt einen Eimer kalten Wassers für uns bereit zum Abkühlen und wir durften uns einfach aus der Kiosk-Kühltheke bedienen. Die Dame machte eine Strichliste und rechnete so ab. Sehr sympathisch.

(Und nein, das ist keine schlechte Belichtung auf dem Bild, mein Gesicht war so rot, wir fühlten uns während des Laufs wie Hähnchen im Backofen )

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Der nächste VP schlug den sogar noch: Eine Eisdiele!❤ Wir liessen es uns natürlich nicht nehmen und nahmen das Angebot an: Softeis zum Abkühlen.

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Bei der Halbmarathonmarke dann die Wende. Wir setzten uns zu Dio, Martin und den anderen Läufern in den Schatten und genossen die Halbzeit. Was für eine Hitzeschlacht!FullSizeRender-25

Irgendwann liefen wir dann auch Sigrid entgegen, die konsequent ihr eigenes Tempo lief. Ich gab ihr ein wenig von meinem Wasser, da sie auf jede Handflask verzichtet hatte; und auch meine Salztabletten nahm sie dankbar an. Die Hitze wurde eine große Herausforderung und ich behaupte heute, dass die Strecke unser kleines Death Valley war. So.

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Wir feuerten Sigrid an und liefen unsere Runde nach Hause, nicht ohne unterwegs wieder an der Softeis-VP Halt zu machen. Unsere Mitläufer und einige Helfer sassen im Ziel und feuerten jeden Finisher lautstark an, es war nicht weniger emotional als bei einem großen Finish, denn hier kam Alles vom Herzen, Gänsehaut pur.

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Wir erhielten unsere Pokale, erfrischten uns im Gewitterregen, den wir Alle dankbar Willkommen hiessen und warteten auf Sigrid, die schließlich nach 6 Stunden und 46 Minuten ins Ziel hüpfte.

Sie ging zunächst zielstrebig zur Parkbank, setzte sich hin und trank ruhig ein paar Schlücke Wasser. Dann verabredete sie sich mit einem Bekannten zum morgigen 10-Kilometer-Lauf im Grunewald.

Diese Frau ist unglaublich. Was für ein Energiebündel. Inspirierend und motivierend.

 

 

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Was ausser der herzallerliebsten Pokale nahmen wir von diesem Tag mit?

Eine Menge Emotionen.

Dass kleine, mit Liebe organisierte Läufe große Marathons um Längen schlagen.

Dass man auch bei widrigen Umständen über sich hinauswachsen kann. Extreme Hitze oder Kälte lassen sich aushalten, wenn man sich darauf einlässt und schnelle Zielzeiten hinten anstellt.

Und vor Allem: Dass man in jedem, JEDEM Alter seine Träume erfüllen kann. Dass das Erreichen des Rentenalters nicht heisst, dass man sich nun zur Ruhe setzen und die Enten am See füttern muss.  Sigrids Leidenschaft ist das Laufen, und so läuft sie immer weiter und setzt sich ihre Grenzen selbst. Weil sie es kann.

Wenn ich ein wenig ihres Elans mitnehmen durfte, dann sehe ich mich auch in 30 Jahren den Himalaya hinaufrennen und dort Kopfstand üben. Weil ich es kann.

 

 

 

Die Tibet-Initiative Deutschland e.V. wurde 1989 gemeinsam von deutschen Aktivisten und Tibetern anlässlich der schweren Unruhen in Tibet und derer gewaltsamer Niederschlagung gegründet. Sie tritt ein für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet, informiert, bewegt, verändert durch Vorträge, Diskussionen und andere Veranstaltungen.

Wer sich mit der politischen Problematik Tibets ein wenig beschäftigt, wird vielleicht verstehen, warum das auch für mich ein Herzensprojekt ist: Bis zum heutigen Zeitpunkt erkennt die chinesische Regierung den Unabhängigkeitsanspruch Tibets nicht an. China hat es sich als Ziel gesetzt, die tibetische Religion mit allen Mitteln zu unterdrücken. Tagtäglich finden grausame, menschenrechtsverletzende Festnahmen statt, indem oftmals Mönche und Nonnen, die eine andere Weltanschauung vertreten als die Chinesen, brutal verhört und verhaftet werden. Über eine Million Tibeter fanden bis heute aufgrund der unermesslichen Zerstörungswut der Chinesen den Tod.

Die Tibet-Initiative gibt Tibet eine starke Stimme. Jede kleine Unterstützung ist Willkommen.

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Der Zugspitzultratrail 2015 – Schlechtes Wetter kann uns Nichts…


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In meiner Timeline fällt in den letzten Tagen zunehmend oft das Zauberwort ZUT, und siehe da: Tatsächlich, der Countdown zu diesem einmaligen Trailevent, bei dem ich vor 2 Jahren meine Liebe zum Rennen in den Bergen entdeckt habe, läuft schon wieder. Und unvermittelt habe ich grinsend ein Bild vor meinen Augen: Ich schrubbe und schrubbe meine Salomons in der Badewanne und sehe dem Schlamm zu, wie er in dem Abfluss verschwindet. Und während sich Schweisstropfen auf meiner Stirn bilden, da die sommerlichen Temperaturen die Dachgeschosswohnung in eine Sauna verwandeln, denke ich an das Trail-Highlight des deutschen Sommers 2015 Zugspitzultratrail zurück und kann nicht glauben, dass wir uns in einem Winterklima wiederfanden, in dem zwei Kleiderschichten kaum ausreichten.

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Aber zum Anfang: Weiterlesen

UTLW Klappe die Zweite – weil`s so schön war, gleich nochmal

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Wir haben gezögert, wie man nur zögern kann. Eigentlich bis zur letzten Sekunde.

Die Startplätze für die 2. Austragung des Ultra Trails Lamer Winkel hatten wir längst sicher, doch an Start war eigentlich nicht zu denken. Ulf´s verletzte Ferse nahm ihm schon den Rennsteig  übel und schrie nach einer Laufpause, um bis zum Tor des Geants zu genesen, dazu kam eine kleine Männergrippe. Ich hingegen hatte eine Laufpause vorzuweisen, und keine kurze. Die Gräser und Pollen liessen mich diesen Frühling schnaufen und husten, an solides Training oder gar lange Läufe war nicht zu denken. Beste Voraussetzungen eigentlich, einen Ultra NICHT anzutreten. Weiterlesen

Achtsamkeit. Zwischendurch und nur mal so.

 

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Du rennst im Wald auf Deinem Trail, spürst Nichts anderes als die kalte Luft, siehst Nichts anderes als die Bäume um Dich herum, die Dir den Weg zeigen. Du siehst all die verschiedenen, einzigartigen Bäume. Manche sind gebogen und schief, manche kerzengerade, fast stoisch. Manche sind kahl und knorrig, manche blühend und immergrün. Manche sind was-auch-immer. 

Du schaust auf diese Bäume und erlaubst ihnen, Alles zu sein. Du siehst und verstehst irgendwie, warum sie so sind. Du verstehst, dass der eine nicht genug Licht bekommt, und sich deshalb in diese Richtung dreht. Du  verstehst es und wirst nicht emotional deswegen, Du lässt ihn so sein, wie er ist. Du erlaubst es, lässt es zu. Du bist so dankbar, dass es diese Bäume gibt, jeder besonders auf seine Weise. 

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Und dann verlässt Du den Trail und es kommt wieder der Moment, an dem Du auf Menschen triffst. In dieser Sekunde verlierst Du das Alles wieder. Ununterbrochen sagst Du Dir: „Der ist zu….., sie ist so…..!“ Dein wertender, verurteilender Geist ist wieder da.

Wir könnten üben, Menschen im Geist in Bäume zu verwandeln. Was bedeutet, ihre Existenz einfach zu schätzen. Und ihre Art, einfach so, wie sie sind.

(inspiriert von Ram Das)

Habt eine wundervolle Woche!!! Eure Maty

 

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